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Spannender Artikel aus der Zürcher Zeitung

Alles über Bitcoin
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Kassiber
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16. Nov 2018, 08:56

https://www.nzz.ch/finanzen/bitcoin-14- ... ld.1336477

von Werner Grundlehner / Thomas Schürpf / David Bauer

Bitcoin und Co. stürzen ab – alles Wichtige zu Kryptowährungen auf einen Blick

Angefangen hat alles vor zehn Jahren mit einem abstrakten Aufsatz, verfasst unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto. Heute sorgt die Digitalwährung Bitcoin selbst bei normalen Anlegern für Bluthochdruck. Die wichtigsten Fakten zum Hype.

Die Kryptowährung Bitcoin hat vergangenes Jahr in einem aberwitzigen Höhenflug ihren Wert um das 20-Fache auf rund 20'000 Dollar gesteigert.

Seitdem ist der Kurs unter Druck. Mit grossen Ausschlägen pendelt der Bitcoin-Wert seit Mitte Jahr zwischen 6000 und 8000 Dollar. Mitte November fiel die Notierung des Bitcoin – aber auch jene von konkurrierenden Krypto-Währungen – ohne ersichtlichen Grund innert 24 Stunden um über 10%. Der Bitcoin notierte nun deutlich unter 6000 Dollar.

Schon während des grossen «Hype» von Ende 2017 war teilweise vermutet worden, dass Spekulationsblasen oder sogar Manipulation im Spiel waren. Eine Studie der Universität Texas zeigt auf, dass das Kursrally gewissen verdächtigen Mustern folgte.

Mit ein Grund für den Wertverlust im laufenden Jahr war das scharfe Vorgehen amerikanischer und japanischer Behörden gegen Kryptobörsen. Zudem wurde bekannt, dass Google keine Werbung für den Bitcoin zulässt.

Trotz der Ernüchterung um die Kursentwicklung hat im Lauf des Jahres 2018 das Angebot an Dienstleistungen und Produkten, die auf dem Bitcoin basieren, stark zugenommen. Anbieter dieser Produkte sind Start-ups, aber auch etablierte Finanzinstitute, die vor nicht allzu langer Zeit noch zum Kreis der Kritiker der digitalen Währungen gehörten.

Das Wichtigste in Kürze

Kryptowährungen sind in den Mainstream vorgedrungen. Der Wert von Bitcoin, der bekanntesten Kryptowährung, war Ende 2017 zwischenzeitlich beinahe um das Zwanzigfache gegenüber dem Jahresbeginn angestiegen und hatte vor allem mit einem Rally im Dezember für Schlagzeilen gesorgt. Seither hat der Bitcoin wieder zwei Drittel seines damaligen Werts verloren.

Über das Potenzial und die Nachhaltigkeit von Kryptowährungen gehen die Meinungen unter Experten weit auseinander. Der rasante Wertanstieg und die scharfe Korrektur danach erinnern jedenfalls stark an Spekulationsblasen früherer Jahrzehnte.

Neben Bitcoin gibt es inzwischen Hunderte weitere Kryptowährungen, deren Wert im vergangenen Jahr teilweise noch dramatischer angestiegen ist als der von Bitcoin. Was alle Kryptowährungen gemeinsam haben, ist die grosse Volatilität. Sie verhindert, dass Kryptowährungen im Alltag als Zahlungsmittel taugen, und macht sie gleichzeitig zu einer interessanten, wenngleich hochriskanten Anlage.

Die Aspekte im Detail

Was ist Bitcoin?

Der Begriff Bitcoin ist aus den Wörtern Bit (von englisch «binary digit», 0 oder 1) und «coin» (englisch für Münze) zusammengesetzt. Das Konzept der digitalen Währung wurde vom Autor Satoshi Nakamoto in einem «White Paper» beschrieben, und zwar am 31. Oktober 2018. Nakamoto ist keine reale Person, vielmehr ist der Name entweder ein Pseudonym oder steht für eine Gruppe von Personen. Mit der sogenannten Kryptowährung soll ein Geldsystem ermöglicht werden, das unabhängig von Staaten und Banken funktioniert und günstiger und schneller ist als bisherige Transaktionen. Die Digitalwährung wird «peer to peer» gehandelt, also direkt zwischen Nutzern ohne die Hilfe von Banken. Möglich macht dies die Nutzung der Blockchain-Technologie: Innerhalb des Systems werden alle Transaktionen vielfach und dezentral gespeichert

Seit wann gibt es Bitcoin?

Im Jahr 2007 beginnt jemand unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto an der digitalen Währung zu arbeiten. Kurz nachdem die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008 die globale Finanzkrise ausgelöst hat, erscheint ein neunseitiges Skript («White Paper») im Internet, das die Grundlagen einer neuen, virtuellen Währung umreisst: «Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System». Das Gründungsdokument beschreibt die technischen und ökonomischen Grundlagen der Währung im Detail. Im Februar 2010 eröffnet die erste Online-Bitcoin-Börse. Die erste reale Bitcoin-Zahlung findet im Mai 2010 statt: Ein Programmierer in Florida bezahlt 10 000 Bitcoins für zwei Pizzas (die im Dezember 2017 damit über 170 Millionen Dollar wert waren). Ende 2010 gelingt die erste Bitcoin-Transaktion zwischen zwei Smartphones. Anfang Februar 2011 ist 1 Bitcoin erstmals gleich viel wert wie 1 Dollar. Erste Bitcoin-Börsen ausserhalb der USA entstehen. Im September 2012 wird die Bitcoin Foundation gegründet. Diese will das Kernteam der Software-Entwickler finanziell unterstützen und das Bitcoin-Netzwerk kontinuierlich verbessern.

Warum plötzlich dieses riesige Interesse an Bitcoin?

Lange waren Kryptowährungen und mit ihnen Bitcoin ein Thema für Computerexperten, Mathematiker und Geldpolitik-Revolutionäre. Libertäre Freigeister und Gegner der von Notenbanken bestimmten Geldpolitik sahen in den neuen Währungen eine Möglichkeit, nicht mehr von der mittlerweile ultraexpansiven Geldpolitik der Zentralbanken oder der Budgetpolitik überschuldeter Staaten abhängig zu sein. Auch mehr oder weniger halbseidene Organisationen erkannten das Potenzial der neuen Technologie, um im Internet anonym Gelder zu verschieben.

Doch dann entdeckten die Spekulanten das Kurspotenzial von Bitcoin – dieser Trend hat sich im Jahr 2017 akzentuiert. Zu Jahresbeginn 2017 notierte die digitale Währung auf 1000 $, gegen das Jahresende überschritt die Kryptowährung die Marke von 19 000 $ deutlich. Marktbeobachter gehen davon aus, dass nur ein geringer einstelliger Prozentsatz der Coins für Zahlungen genutzt wird. Den Rest horten Anleger in der Hoffnung auf weiter steigende Kurse. So bleibt das Angebot bei rasch steigender Nachfrage knapp. Anfang Dezember beschlossen mehrere Optionsbörsen in den USA, Terminkontrakte auf den Bitcoin zu lancieren. Damit können auch Wetten auf sinkende Bitcoin-Kurse eingegangen werden. Dieser Umstand macht die Kryptowährungen nun auch für institutionelle Investoren wie etwa Hedge-Funds attraktiv. Bereits zuvor gab es Anlageprodukte auf den Bitcoin, in der Schweiz beispielsweise Tracker-Zertifikate. Eine Privatbank offerierte zudem ein Blockchain-Asset-Management.

Bitcoin erreicht Meilensteine in immer kürzeren Abständen

Im Kielwasser des Bitcoin-Anstiegs entwickelt sich ein schnell wachsendes Biotop von Kryptowährungen. Mittels der Emission von neuen Anrechten auf Kryptowährungen, sogenannten Initial Coin Offerings (ICO), wächst das Angebot täglich. Doch das Anwendungsgebiet geht über reine Zahlungen hinaus. Die Blockchain-Technologie ermöglicht auch andere sichere Transaktionen ohne Zwischeninstanz – so etwa das Immobiliengeschäft; die Rolle des Notars würde von der Blockchain übernommen.

Wie unterscheidet sich Bitcoin von «normalen» Währungen?

Der grösste Unterschied von Kryptowährungen gegenüber traditionellen Währungen ist, dass sie nicht an die Geldpolitik eines Landes gekoppelt sind und nicht Notenbanken das exklusive Recht haben, diese Währungen auszugeben. Die Anzahl der Bitcoins ist bei 21 Millionen gedeckelt. Dies soll eine Inflation verhindern. Die Notenbanken können dagegen – wie in den vergangenen Jahren gezeigt – ohne Obergrenze Geld schöpfen, wenn das ihre Geldpolitik verlangt. Doch obwohl gerade Bitcoin angetreten ist, die Notenbankwährungen obsolet zu machen, gibt es auch Verbindendes. Beide besitzen im Gegensatz zu Warenwährungen keinen intrinsischen Wert. Kryptowährungen sind wie Notenbankgeld (im Idealfall) teilbar, haltbar, transportierbar, schwer zu fälschen und vor allem: knapp.

Neben Bitcoin gibt es inzwischen eine Fülle weiterer Kryptowährungen. Wie unterscheiden sie sich?

Noch im Jahr 2011 war Bitcoin die einzige Kryptowährung. Doch das überzeugende Konzept führte zu zahlreichen alternativen Währungen («Alt Coins»). Mittlerweile gibt es deren über 1300. Der wichtigste Konkurrent von Bitcoin ist Ether von Ethereum. Die 2013 vom damals 19-jährigen Vitalik Buterin geschaffene Technologie basiert auch auf der Blockchain, ist aber gegenüber jener von Bitcoin leistungsfähiger und in der Lage, intelligente Verträge («smart contracts») selbst auszuführen. Zudem verfolgt Ethereum ein anderes Ziel: Es geht weniger darum, mit Ether zu bezahlen, als vielmehr darum, auf einer elektronischen, dezentralen Grundlage ganze Organisationen aufzubauen. Auf Ethereum basieren deshalb die meisten sogenannten Initial Coin Offerings (ICO).

Die grössten Kryptowährungen im Vergleich

Viel Beachtung in der Industrie geniesst IOTA. Diese Kryptowährung nennt sich wenig bescheiden «das Rückgrat für das Internet of Things (IoT)». Diese Währung soll dereinst, wenn Maschinen direkt miteinander kommunizieren, dazu dienen, Dienstleistungen ohne menschliches Zutun sogleich zu bezahlen. Diese sogenannten Machine-to-Machine-Payments könnte etwa ein Auto leisten, das der Parkuhr die Parkzeit beim Wegfahren direkt vergütet. Oder eine Solaranlage, die einen Wettersensor für eine Prognose bezahlt. Im grossen Unterschied zu anderen Kryptowährungen basiert IOTA nicht auf der Blockchain.

Noch vor IOTA auf Platz drei auf der Rangliste der grössten digitalen Währungen findet sich wieder ein Bitcoin – der Bitcoin Cash. Dieser entstand durch eine Abspaltung, eine sogenannte Hard Fork. Diese ist das Ergebnis einer Änderung im Bitcoin-Protokoll zur Datengrösse der Blöcke in der Blockchain. Weil sich die Bitcoin-Gemeinde nicht einigen konnte, kam es zur Aufspaltung. Jeder Besitzer eines Bitcoins bekam per 1. August 2017 auch einen Bitcoin Cash.

Litecoin wurde 2011 als Alternative zu Bitcoin angekündigt. Auf dem Markt für digitale Währungen wird Litecoin oft als «Silber» und Bitcoin als «Gold» bezeichnet. Litecoin gilt als Silber, da das Litecoin-Netzwerk Transaktionen viermal schneller verarbeiten kann als jenes von Bitcoin. Zudem beträgt das Gesamtangebot von Litecoin 84 Millionen Coins, während das Gesamtangebot von Bitcoin auf 21 Millionen Einheiten begrenzt ist. Diese Vervierfachung der Anzahl Einheiten bedeutet, dass die potenzielle Inflationsrate von Litecoin jene von Bitcoin übertrifft.

Wie argumentieren Krypto-Enthusiasten?

Die Befürworter sind von dem demokratischen Aufbau des Systems und dem Fehlen der staatlichen Kontrolle überzeugt. Keine Notenbank kann beispielsweise eingreifen und die Staatsschulden über die Notenpresse finanzieren – und später inflationieren. Dank der Blockchain sind die Kryptowährung Bitcoin und ihre Schwesterwährungen fälschungssicher und anonym. Transaktionen mit Kryptowährungen sind durch das Ausschalten von Intermediären rascher und günstiger.

Wie argumentieren Krypto-Skeptiker?

Ursprünglich gaben vor allem die hohe Volatilität von Bitcoin und die Absenz jeglicher Regulation Anlass zur Kritik. Oft werden auch der fehlende Wert und die Anfälligkeit für technische Probleme als Nachteil angeführt. Viele Skeptiker bezeichnen den Markt um Kryptowährungen mittlerweile als Schneeballsystem. Dies insbesondere, seit die Zahl der neuen Emissionen (ICO) explodiert ist und die Investoren ihren Einsatz mit bereits bestehenden Kryptowährungen bezahlen. Allein die Kursexplosion der vergangenen Monate zeige, dass sich der Markt in einer Blase befinde. Die Kryptowährung Bitcoin, die angetreten sei, die Inflation einzudämmen, habe eine Hyperinflation ausgelöst. Mit der steigenden Zahl an Bitcoins wird das System des Bitcoin-Netzwerks zudem langsamer und Transaktionen immer teurer.

Wozu kann ich Bitcoin oder andere Kryptowährungen nutzen?

In der Schweiz können Bitcoins zum Beispiel am Billettautomaten der SBB oder bei vergleichbaren Automaten von Finanzinstituten erworben werden. Zahlreiche Läden, Restaurants und Online-Shops bieten ihre Ware gegen Bitcoin an. Dabei handelt es sich aber oft lediglich um Marketingaktionen. Angesichts der hohen Volatilität ist es auch schwierig, verbindliche Preise in Bitcoin zu definieren. Die Mehrzahl der Bitcoin-Besitzer hortet die Kryptowährung in Erwartung weiterer Kursgewinne. Ein kleiner Teil der Transaktionen in Bitcoin dürfte auch erfolgen, weil man sich so der Überwachung durch staatliche Behörden entziehen kann.

Wie läuft eine Bitcoin-Transaktion ab?

Kunde A erwirbt bei Künstlerin B ein Bild. Anstatt Bargeld schickt A einen Teil eines Bitcoins. Wenn A und B über ein Smartphone verfügen und auf dem Handy von B ein Krypto-Wallet installiert ist, kann B die Software starten und eine Zahlung empfangen, indem sie den QR-Code auf dem Smartphone von A scannt. Umgehend wird das Konto von A belastet, und auf jenem von B erfolgt eine Gutschrift. Die Transaktion wird auf ein Peer-to-Peer-Netzwerk auf der ganzen Welt gesendet. Sogenannte Miner suchen das Netzwerk kontinuierlich nach neuen Transaktionen ab. Mithilfe einer Hardware erstellen die Miner Blöcke, die eine Liste validierter Transaktionen enthält. Diese Blöcke werden in chronologischer Reihenfolge aneinandergereiht, wodurch eine Kette entsteht (daher der Name Blockchain). Nach ungefähr zehn Minuten ist die Transaktion von A und B von allen Computern im Netzwerk bestätigt und dezentral gesichert.

Wie kann ich Kryptowährungen erwerben?

Am einfachsten kommt man über Kryptowährungsbörsen an die digitalen Zahlungsmittel. Als Erstes erstellt man einen Account bei einer der vielen Kryptobörsen. In der Regel werden dabei die Personalien aufgrund von Kreditkarte und ID-Kopie verifiziert. Nach wenigen Minuten kann man so Geld per Kreditkarte transferieren und erhält sein Guthaben in Bitcoin. Kauft man bei einer solchen Börse Coins, werden diese dort verwaltet. Die Insolvenz von Börsenplätzen oder Hackerangriffe haben gezeigt, dass die Guthaben dort nur bedingt sicher sind – besonders, wenn die Börsen sich in Schwellenländern befinden. Darum sollte man sich die Coins «ausliefern» lassen. Da sie aber weder physisch noch digital existieren (sondern nur als File in der Blockchain), braucht man dazu nur den Code seiner Coins, der einem den Weg zum Zugangscode im Wallet zeigt. Diesen gilt es sicher aufzubewahren, am besten mehrfach und auf einem Speichermedium, das offline ist. Mithilfe dieses Codes kann man jederzeit über seine Bitcoins verfügen; geht er verloren, ist auch das Bitcoin-Guthaben weg.

Mittlerweile bieten zahlreiche Banken Konten und Produkte für die Investition in Bitcoin an. Diese sind zwar teuer, dafür muss man sich nicht um die Sicherheit und die Aufbewahrung der Codes sorgen. Entgegen der landläufigen Meinung ist auch der Handel an den Kryptobörsen nicht umsonst. Insbesondere der Wechsel zurück in traditionelle Währungen kann je nach Börse ins Geld gehen.

Sollte ich denn in Kryptowährungen investieren?

Es gab an den Kapitalmärkten bisher keine vergleichbare Kursentwicklung, die nicht in einer dramatischen Kurskorrektur endete. Seit dem Hoch von 20'000 Dollar Ende 2017 brach der Kurs bis Mitte 2018 auf 6500 Dollar dramatisch ein. Ob es zu einer weiteren Korrektur kommt oder Bitcoin wieder zum Höhenflug ansetzt, ist schwer abzuschätzen. Noch nie konnte so einfach über das Internet mit einem knappen Gut spekuliert werden. Wer sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen will, aber die Spekulationschancen durch die digitale Währung nicht verpassen will, wird tendenziell auf ein Bankprodukt setzen. Wer die Technologie begreifen und «spüren» möchte, wird eine kleinere Summe in Bitcoin investieren und auf dem Web loslegen.

Was sich beobachten lässt: Die Volatilität des Bitcoin-Kurses nimmt ab. Während des grossen Rally Ende 2017 und der Korrektur Anfang 2018 kam es regelmässig zu Veränderungen im zweistelligen Prozentbereich gegenüber dem Vortag, gegen oben wie gegen unten. Inzwischen sind die Ausschläge geringer geworden, wenngleich sie nach wie vor stärker ausfallen als etwa bei den meisten Aktien.

Es heisst immer, Bitcoin verbrauche Unmengen von Strom – warum ist das so?

Der immense Stromverbrauch erfüllt einen wichtigen Zweck: Er schützt Bitcoin vor Angriffen, indem der Preis für den Strom, der nötig wäre, um die Kontrolle über alle Transaktionen des Netzwerks zu gewinnen, künstlich nach oben getrieben wird. Die Miner, die Bitcoins validieren wollen, müssen zuvor komplizierte kryptografische Aufgaben lösen, deren Schwierigkeitsgrad stets zunimmt. Zur Belohnung erhalten die Miner neue Bitcoins. Ein Angreifer, der das System manipulieren wollte, müsste mehr Rechenleistung aufbringen als alle ehrlichen Teilnehmer des Systems zusammen. Der weltweite Stromverbrauch beim Schöpfen von Bitcoins wird gegenwärtig auf über 30 Terawattstunden jährlich geschätzt und entspricht damit dem Stromverbrauch von Dänemark.

Wie geht es weiter mit Kryptowährungen?

Die Kryptowährungen stehen vor zahlreichen Herausforderungen, die den derzeitigen Hype eher abkühlen werden. Es wird erwartet, dass sich der Regulator vermehrt in den Markt einmischen wird – etwa die Finanzmarktaufsicht in den Emissionsprozess. In China hat die Regierung ICO bereits verboten. Aber auch Steuerbehörden und die Justiz werden mehr Informationen zu den Transaktionen verlangen. Der obenerwähnte Stromverbrauch macht die alternativen Währungen zu Sorgenkindern im Hinblick auf die Klimaerwärmung. Zudem werden Angriffe von Hackern immer wieder zu Rückschlägen, Unsicherheiten und vielleicht zum Verschwinden von Marktplätzen führen. Auf der anderen Seite sind Finanzdienstleister und Länder daran, «langweilige» Kryptowährungen zu etablieren, die Transaktionen sicher und günstig machen, aber an eine bestehende Währung gebunden sind.

Wo kann ich noch mehr über Bitcoin, Kryptowährungen und die Blockchain erfahren?

Der neuste Report von Incrementum: https://cryptoresearch.report/
https://www.cryptocompare.com/ – umfassende Website zu Kursen, ICO, Mining, Wallets
Das «White Paper» https://bitcoin.org/bitcoin.pdf, das alles erklärt (PDF)
Die Website der Bitcoin Foundation https://bitcoin.org/de/
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Kassiber für den Beitrag (Insgesamt 2):
Patrico91 (16. Nov 2018, 10:43) • Ehrich (16. Nov 2018, 22:19)
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