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Theorie der effizienten Märkte

Moderator: ArchiveBot

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Kassiber
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Registriert: 22. Dez 2017, 18:56

2. Mär 2018, 06:11

Die Effizienzmarkthypothese nach Eugene Fama beruht hauptsächlich auf der Annahme eines rationalen Informationsverarbeitungs- und Entscheidungsverhaltens der Wirt-schaftssubjekte. Der Ausgangspunkt dieser Hypothese besteht in der Überlegung, aus vergangenen Preisentwicklungen zukünftige vorherzusagen und damit eine Überrendite zu erzielen. Da viele Wirtschaftssubjekte dies für sich ausnutzen würden, wäre die Überrendite schnell neutralisiert und die Wertpapierkurse spiegeln diese Informationen nach Fama, in ihren heutigen Kursen wieder. Fama beschreibt einen Markt als Effi-zient, wenn alle Informationen, öffentliche und nichtöffentliche, die den Kurs von Wertpapieren beeinflussen können unverzüglich in Ihren Kurs verarbeitet werden.
Die drei nachfolgenden Charakteristika beschreiben einen informationseffizienten Markt.

1. Alle Marktteilnehmer handeln rational und sind in der Lage durch Nutzung aller Informationen den Fundamentalwert des Wertpapiers zu ermitteln. Liegt der ak-tuelle Wert unterhalb steigt die Nachfrage, liegt er oberhalb wird verkauft.

2. Einige Marktteilnehmer handeln irrational. Hierbei bewerten einige Marktteil-nehmer den Wert zu hoch und einige den Wert zu niedrig. Dadurch neutralisiert sich die Fehlbewertung und der Kurs bleibt unverändert.

3. Wenn eine kurzfristige Fehlbewertung durch irrationales handeln entsteht, glei-chen rational handelnde Arbitrageure diese durch Handel von großen Mengen in diesem Wertpapier aus bis die Fundamentalbewertung erreicht ist.

Fama unterscheidet in seiner Theorie der effizienten Märkte zwischen der schwachen, der halbstrengen und der strengen Form der Informationseffizienz. Aus diesen drei Abstufungen der Informationseffizienz ergeben sich unterschiedliche Resultate.

Bei der schwachen Form der Effizienzthese gilt ein Markt oder Wertpapier dann als informationseffizient, wenn in ihm alle Informationen über vergangene Preisentwicklun-gen berücksichtigt sind. Da die Charts der Vergangenheit bereits in den Kurs einge-preist sind, lassen sich durch die technische Analyse keine Überrenditen erzielen. Diese lassen sich nur über darüberhinausgehende fundamentale Informationen erreichen. So-mit folgen die Kurse einem Randomwalk und sind von den Kursveränderungen der Vergangenheit unabhängig.

Die halbstrenge Form der Informationseffizienz schließt die schwache Form mit ein. In ihr werden also die Kurse der Vergangenheit eingepreist und zusätzlich alle öffentlich verfügbaren Informationen wie zum Beispiel Jahresabschlüsse von Aktiengesellschaften und Informationsprospekte von Wertpapieren berücksichtigt. Dies bedeutet, dass die Auswertung fundamentaler Informationen keine gewinnbringende Überrendite be-dingt. Diese lässt sich nur durch Insiderinformationen in einem halbstreng informati-onseffizienten Kapitalmarkt erzielen. Trotz alledem kann auf die Auswertung funda-mentaler Daten nicht verzichtet werden. Denn wenn keiner die Daten auswertet, können diese auch keine Berücksichtigung im Kurs finden und die halbstrenge Informationsef-fizienz würde nicht existieren.

In der strengen Form der Effizienzthese gilt ein Markt dann als Informationseffizient, wenn alle Informationen die aus der schwachen und der halbstrengen Form sowie aus Insiderwissen, jederzeit im Wertpapierkurs reflektiert werden. Somit kann in einem streng informationseffizienten Kapitalmarkt weder durch die technische Analyse, noch durch die Fundamentalanalyse oder Insiderwissen eine Überrendite erzielt werden.

Da eine große Einigkeit darüber besteht, dass eine strenge Informationseffizienz auf Wertpapiermärkten nicht vorliegt, ist von einer halbstrengen Informationseffizienz am Kapitalmarkt auszugehen. Daraus lässt sich ableiten, dass im aktiven Anlagemanage-ment, keine Erzielung von Überrenditen möglich ist, wenn als Grundlage historische oder öffentlich bekannte Informationen also legale Informationen dienen.
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