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Meine Abschlussrede

Moderator: ArchiveBot

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TonY417
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24. Mär 2019, 23:39

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

liebe Freunde, Mitinvestoren, Forenanhänger und Communitymitglieder.

Ich habe jetzt noch 4 Tage zu arbeiten, dann erfreue ich mich einer Frührente, wie ich sie mir eigentlich nie hätte erträumen können.
Mit den kommenden Schritten, werde ich mich allerdings auch ganz massiv zurückziehen, da ich das neue Leben umstrukturieren muss, ich muss mit den benötigten Finanzen neu haushalten und planen planen planen, damit dieses Projekt am Ende kein Reinfall für mich wird.
All diese persönlichen Dinge spielen allerdings keine Rolle in Anbetracht der Tatsache, die ich den Mitlesern hier noch mitgeben möchte, bevor ich dann in 2-3 Wochen erstmal die Lichter aus mache.

Zunächst einmal würde ich mir wünschen, dass an manchen Stellen der ein oder andere User vielleicht etwas mehr reale Faktenlagen in gewisse Aussagen fließen lassen sollte. Ich bin bei weitem nicht allwissend. Ich habe hier in den letzten 2 Jahren wirklich sehr sehr viel lernen können. Allerdings ist es so, dass ich nach meiner Zeit beim MAD eine wirklich krankhafte Mediensucht entwickelt habe und ich seitdem praktisch jeden Tag Medien konsumiere. Darunter fallen, wie jedem sicher aufgefallen ist, auch die Mainstreammedien, weil man alles Externe eben damit vergleichen muss.
Ich folge vielen unabhängigen Journalisten entweder bei Youtube oder über deren Blogs um realen Journalismus zu erleben, ich fresse täglich ca 1-2 Dokus über unsere Ökosysteme, Natur, Klimaveränderungen und co, ich beschäftige mich jeden verdammten Tag mit Politik, ziehe mir die Bundestagsdebatten und unabhängige Analysen dazu rein und schaue mich auch die Nachwuchsorganisationen der Parteien an und ich beschäftige mich viel mit geltendem Recht in Deutschland und der EU. Meine fast alle 2 Wochen stattfindenden Treffen in Würzburg mit anderen Investoren, die ich über die Zeit kennengelernt habe ergänzen dieses Paket dann noch um die wirtschaftliche Komponente, da wir dort alle möglichen Erkenntnisse und wirtschaftlichen Entwicklungen die wir so aufgreifen konnten zusammenlegen und analysieren.
Ich erwarte NICHT, dass jemand auch so eine krankhafte Psychose entwickelt.
Allerdings sehe ich hier und auch bei Ariva ganz schlimm Menschen über Dinge reden von denen sie einen Teilbereich meinen verstanden zu haben, aber scheinbar keine Ahnung haben von den X Verzweigungen die damit verbunden sind. Und diese Unkenntnis über die Komplexität gewisser Dinge macht es unfassbar schwer pompetent mit jemandem zu Diskutieren, was sehr schade ist.

Um ein Paar Beispiele zu nennen:
Die Diskussion um Frankreich und Macron. Einige User scheinen nur sein jetziges Handeln in Frankreich zu sehen und blenden dabei alles aus, was er vorher bereits Gutes getan hat, was er mit der EU vor hatte (ich scheine scheinbar der Einzige zu sein, der sein Reformpaket gelesen hat....), warum er einige Dinge jetzt auf nationaler Ebene durchboxen möchte, warum Brüssel weit mehr Schuld an den Problemen der Franzosen hat, als Macron und warum in diesem Kontext eben auch diverse Handlungen von ihm jetzt falsch sind.
Dieses Problem ist sehr komplex und man kann das nur verstehen, wenn man das gesamte Ausmaß des Problemes erfassen konnte. Den Mann jetzt einfach als den Bösen hinzustellen ist einfach restlos unqualifiziert und daneben.
Deshalb führt diese Diskussion auch ganz einfach zu nichts. Warum sie das aber vielleicht sollte, dazu komme ich noch.

Die Diskussion darum, dass Kryptowährungen das Bankensystem stürzen werden. Wenn ich dazu Dinge lese, kommt es mir so vor, als wüssten schonmal über 80% nicht wie das Zentralbanksystem funktioniert. Auch den Berliner muss ich hier ganz klar kritisieren, weil er immer so dagegen wettert. Kann er ja auch, aber dann doch bitte auf Basis von sachlichem Wissen rund um die Materie. Keine Sau scheint zu wissen, was Geschäftsbanken sind, für wen der Leitzins gedacht ist, wie die Geldinstrumente der Zentralbanken funktionieren und wie nun am Ende die Staaten daran gekoppelt sind und damit letztendlich auch wir alle.
Wer das verstanden hat, würde halt keine Mikrosekunde daran denken, dass Kryptowährungen dieses Bankensystem stürzen könnten, denn wenn das Bankensystem zusammenbricht, dann bricht komplett alles zusammen. Das ist keine Meinung, das ist auf Basis des Wissens um die Funktionalität von Zentralbanken simpler Fakt.

Die Diskussion darum was der Mensch für seine Umwelt tun kann. Hab ich hier nur letztens 1 Mal geführt, aber draussen bereits X Mal. Und auch da jedes Mal die gleiche Nummer. Den Problempunkt erkannt und die Lösung dafür verteidigend, aber gefühlt keine Ahnung vom eigentlichen Problemrahmen und den Zahlenverhältnissen.
Wenige kennen sich mit der deutschen Abfallentsorgung aus, dass diese teilweise innerländlich einfach verbrannt wird, teilweise aber auch Exportiert wird, weil Müll tatsächlich ein Markt ist.
Das häufigste Argument, welches mir da entgegen kommt ist, dass man als Person doch nur aufhören müsste iwas zu machen, z. B. Fleisch zu essen oder Plastik zu nutzen und man würde dieser Industrie schaden. Das ist im Kern vollkommen richtig. 100/100 Punkten. Genau so sollte es sein ja. Aber die Realität sieht anders aus. Deutschland ist in vielen dieser Bereiche nur ein Furz im Wind was die Auswirkungen auf solche Industrien angeht. Die größte Konzentration an Methan durch Massenrinderzucht liegt in den USA. Und die produzieren hauptsächlich für den heimischen Markt. Amerikaner und ihr Beef sind nicht zu trennen. Es ist das Verhältnis welches verstanden werden muss und dafür muss man sich nur die Klimareporte der letzten Jahre angucken. Wenn ganz Europa seine Rinderzucht einstellen würde und ich meine Rinderzucht, nicht Tierzucht allgemein, dann würde das im globalen Verhältnis gerade mal knappe 15-20% ausmachen! Die Amerikaner alleine decken schon 20% ab, danach Brasilien mit ca 15% und dann noch China mit ca 10-15%. Diese 3 Länder alleine decken also ca 50% der globalen Rinderproduktion ab und das ist zum Hauptanteil für den heimischen Markt.
Das gleiche gilt für Plastik. Die top 20 der Flüsse die am meisten Dreck in unsere Meere leiten liegen alle in Asien. Auch in den top 50 sind die allermeisten in Asien. China, Indien und Tunesien führen diese Liste mit so einem gewaltigen Abstand an, dass schon kleinere Bemühungen dort mehr Dreck für die Weltmeere einsparen könnte, als die gesamte EU und Teile Amerikas zusammen. Es geht darum diesen Maßstab zu begreifen, nicht darum deshalb untätig zu bleiben.
Und jetzt kommen wir zur Komplexität der Dinge. Der Welt rennt die Zeit weg. Klimakatastrophen mal vollkommen davon ausgenommen, aber unsere Ökosysteme verenden. Unser globaler, unkontrollierter Handel bringt Tierarten in Regionen, wo sie sich weiter entwickeln und extreme Schäden an der Natur anrichten. Andere Tierarten rotten wir aus, dabei sind sie wichtige Bestandteile von internen Ökosystemen um das Gleichgewicht zu erhalten. Es wird unausweichlich der Zeitpunkt kommen, an wechem ganz einfach nichts mehr da ist. Wir vernichten immer mehr Lebewesen, bis wir am Ende selber dran sind. Deshalb und nur deshalb ist es ganz einfach nicht mehr ausreichend, dass jeder Einzelne sieht was er tun kann. Es muss auf Staatenebene Bewegung eintreten, sonst wird es ziemlich finster für alle um das mal so zu sagen.
Wenn ich mir die Guadeloupe so ansehe. Keine Industrie, die Menschen dort halten sich streng an die Überfischungsgesetze, der gesamte Dschungel ist praktisch ein Reservat und die Menschen leben eben nur in den Küstenbereichen und was soll man sagen: die Insel ist das blühende Leben. Die natur ist dort so lebendig, dass man nur einen Stock in den Boden rammen muss und nach 3 Tagen hat der sein eigenes Ökosystem entwickelt.
Aber die krankhafte Gier nach Geld und Profit lässt unseren Planeten global verrotten. Alle wissen das, warum sage ich das also nochmal extra?

Weil ich jetzt zum wichtigen Punkt komme:
Fühlt euch mit den ganzen Worten von eben bitte nicht angegriffen, das ist NICHT die Absicht dabei. Ich schätze ein jedes Mitglied dieser Community hier, ganz egal welche Ansichten der User auch vertreten mag. Meinungen SIND wichtig! Ohne Meinungsaustausch, kann man nicht zu neuen Blickwinkeln und Erkenntnissen kommen.

Meine Bitte ist: beschäftigt euch mehr mit Politik.
Die Aktuelle Debatte im EU-Parlament um das Urheberrecht und die knapp 200.000 Menschen die dagegen auf die Straße gegangen sind und noch wichtiger die Politiker, die auf diese Menschen Pissen, indem sie sagen sie wären bezahlte Demonstranten oder alles fake Accounts usw., das alles hat ganz klar gezeigt: wir können aufstehen und wir müssen aufstehen.
Wir Wähler haben es in der Hand, denn WIR sind das Volk. Auch Frankreich lernt das gerade, wenn ich meinen Augen inzwischen auch auf eine eher perverse Art und Weise.
Ich wünsche mir, dass die Menschen aufstehen und sagen "Mein Leben ist kostbar!" und aufhören alles zu schlucken, was die gewählten Vertreter alles eintrichtern wollen. Wir werden beraubt, abgezockt, verarscht und enteignet. Unser Planet stirbt, die Natur erhebt sich gegen uns und trotzdem geht das alles weiter.
DAS MUSS ENDLICH AUFHÖREN!

Interessiert euch für Politik, geht wählen und ganz wichtig: reflektiert was aktuell auf der Welt passiert, wer daran wo Schuld ist in Deutschland und geht erst DANN wählen.

Wir können das stoppen. Wir können die besseren Menschen sein. Wenn wir zulassen, dass Gier und Geldwahn unseren Lebensraum und unsere Existenz zerstören, dann haben wir es am Ende nicht anders verdient.
Aber ich möchte daran glauben, dass wir es besser machen können.

Dieses hier ist ein Kryptoforum. Und wer einzig und allein in der Kryptowelt leben möchte und alles darum herum ausblenden möchte, kann dies natürlich tun. Ich bitte nur zu bedenken, was alles an dieser Technologie hängen könnte und was wir unabhängig von den Entwicklungen auf der Kryptoseite für Veränderungen brauchen um es besser zu machen.

Wissen ist Macht. So war es, so ist es und so wird es vermutlich auch immer sein. Deshalb kann ich nur jeden User hier bitten: eignet euch Wissen an. Hört auf euch mit Müll wie RTL oder RTLII und co zu verblöden und erlebt die Wunder unseres Planeten.
Sprecht mit anderen Menschen darüber und versucht sie verstehen zu lassen, dass es nicht mehr um uns Einzelne geht, sondern um uns alle. Wir sind ALLE ein Teil dieser Welt und sie stirbt nicht teilweise, sondern ganz.

Wie gesagt, niemand soll sich hier beleidigt oder angegriffen fühlen. Tust du es gerade als Leser, entschuldige ich mich dafür.
Ich habe einfach nur die Bitte, dass die Gleichgültigkeit aufhört. Interessiert euch bitte für Politik und für das was wir zusammen verändern können.
Wir müssen die besseren Menschen sein.

Danke





Ich möchte abschließend noch einen Bereich eröffnen wo ich immer mal wieder Videos hinzufügen werde. Diese sind politisch neutral zu betrachten. Es geht nicht um die Redner, sondern um das Gesagte. Ich hoffe damit an gewissen Stellen aufwecken zu können und klar zu machen, dass sich wirklich etwas ändern muss. Es geht darum, dass ihr sehr welch kranke Ausmaße die Probleme angenommen haben und ich hoffe, dass ihr dann besser verstehen könnt, warum der Einzelne hier nichts mehr ausrichten kann.

https://www.youtube.com/watch?v=l9QKPrkEvgo Bundestagsrede "Diese EU ist krank und stirbt!" von Dr. Sarah Wagenknecht

https://www.youtube.com/watch?v=V9WRNTYRVzs Das Insektensterben bedroht unsere Ökosysteme

https://www.youtube.com/watch?v=8LUuMOzm6jI Artensterben

https://www.youtube.com/watch?v=IQ9nje1-oBg 3:10 und gucken. Hauptsache in der EU ist bald Plastikbesteck verboten

https://www.youtube.com/watch?v=Kbcrormi4Aw Deutschlands Anteil am Problem. Wer nun die Kette der Ereignisse versteht, wird begreifen, dass es nicht an der Entsorgung des Einzelnen liegt, sondern 1. an der Massenproduktion bei uns und 2. an den nahezu nicht existenten Systemen zur Entsorgung in Asien.

https://www.youtube.com/watch?v=H8F1TubkeHg Indien versinkt im Müll

https://www.youtube.com/watch?v=kD-6YQhnl-k Die deutsche Welle über die Reichen, die Armen und den Müll
Zuletzt geändert von TonY417 am 27. Mär 2019, 23:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Man stirbt als Held oder lebt solange, bis man selbst der Böse wird.
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TonY417
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Registriert: 22. Dez 2017, 22:38

27. Mär 2019, 20:03

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

liebe Mitinvestoren und Communitymitglieder.
Ich möchte an dieser Stelle nochmal intensiv politisch werden, weil mir das einfach wichtig ist. Ich weiß, dass viele Menschen einfach kein Bock haben sich Bundestagsreden und so anzuhören. Ist auch ok, weil eben schwierig zu verdauen. Viele Menschen wollen vermutlich wie ich einfach nur Ruhe und Frieden. Meine Mediensucht verhindert dies bei mir leider künstlich :P
Aber vielleicht interessiert es Einige hier doch genug was ich hier so schreibe und deshalb möchte ich, so umfangreich wie es mir möglich ist, hier etwas zu unserer aktuellen Lage schreiben. Die aktuelle Lage in Deutschland, der EU und vllt auch zur gesamten Welt.
Was ich schreibe basiert auf persönlichen Erfahrungen, Erlebnissen, intensiven Analysen von Parteianträgen und geschlossenen Verträgen und anderen Dingen mit denen ich mich die letzten Monate sehr intensiv beschäftigt habe.


Fangen wir an:
Zunächst möchte ich nochmal klar machen wie das Zentralbanksystem funktioniert, damit dann später besser verstanden werden kann wie groß eigentlich das Ausmaß unseres Problems ist.
Die europäische Zentralbank, kurz: EZB, ist zuständig für die Kontrolle der europäischen Banken und der Geldmenge im Euroraum, als des Euro.
Die EZB ist unabhängig und untersteht keinerlei politischer Kontrolle. Nur ihr Ziel ist praktisch von der EU vorgegeben, also ihre Kernaufgabe.
Dieses Ziel besteht aus Preisstabilität und Wirtschaftswachstum.
Die absolute Kernaufgabe der EZB ist die Preisstabilität und nach EU Vorgabe sollen die Preise im Euroraum im Schnitt um etwa 2% pro Jahr steigen. Hier muss man jetzt im Prinzip den wirtschaftlichen Aspekt verstehen. Warum sind stetig steigende Preise wichtig? Weil bei fallenden Preisen mögliche Investitionen ins stocken geraden, da man auf noch geringere Preise setzen würde. Ganz normaler Wirtschaftskreislauf.
Es würde weniger investiert werden, weniger Gewinne würden erzielt werden und so weiter.
Um das kurz zu versinnbildlichen:
Peter sucht ein neues Auto und stellt fest, dass aktuell die Preise fallen am Automarkt. Je nach Dringlichkeit könnte es nun sein, dass er wartet bis die Preise noch weiter fallen um sein Auto noch billiger zu bekommen. Unternehmen gehen damit Umsätze flöten. ist ein Betrieb wirtschaftlich nicht mehr tragbar könnte er geschlossen werden oder Personal könnte abgebaut werden usw usw.
Es ist an sich sehr viel Spekulation auf das was passieren KÖNNTE, aber unterm Strich ist es eben eine negative Entwicklung.

Damit die Inflation den Bürger nicht pleite macht hat die EZB Werkzeuge um eben das Wirtschaftswachstum zu boosten, damit die Löhne eben auch steigen können und die Inflation wieder tragbar ist.
Das mit Abstand wichtigste Werkzeug ist der Leitzins. Die EZB vergibt Kredite mit genau diesem Zinssatz an normale Geschäftsbanken wie wir sie alle kennen. Deutsche Bank, Commerzbank, die deutsche Bundesbank usw usw. Diese vergeben dann mit eigenen Zinssätzen diese Kredite wieder an Bürger und Unternehmen und kurbeln damit die Wirtschaft an.
Neben dem Leitzins gibt es aber auch den fast unbekannten Einlagezins. Banken können überschüssiges Geld, welches sie haben bei der EZB lagern, z. B. als Notreserve. Normalerwiese würde dieses Geld jetzt mit dem Einlagezins wie auf einem Sparkonto vermehrt werden. Aktuell ist dieser Zins allerdings etwas im Minus, was bedeutet, dass Banken möglichst wenig Geld bei der EZB lassen sollen, weil sie sonst Strafzinsen zahlen müssen. Die Geschäftsbanken werden also enteigenet. Der Sinn dahinter ist, dass die Geschäftsbanken möglichst geringe Zinsen auf eigene Kredite auslegen sollen um diese dann eben unter die Leute zu bringen, damit die Wirtschaft weiter boomt.

An dieser Stelle sehen wir schonmal 2 aktuelle Probleme der EZB:
1.: Der Leitzins ist bereits bei 0. Banken können also zinslos Geld leihen. Die EZB kann es an dieser Stelle also nicht noch schmackhafter machen.
2.: Der negative Einlagezins zwingt Banken künstlich dazu ihr Geld noch billiger anzubieten und vernichtet damit mögliche Reserven der Geschäftsbanken. Das ist aber wirkungslos, wenn die Menschen kein Interesse an Krediten haben, ganz egal wie niedrig die Zinsen der Geschäftsbanken sind.
Unterm Strich lässt sich sagen, dass die Banken nur sehr schwer Möglichkeiten haben über ihre Kerninstrumente, also Kredite, Geld zu verdienen.

Im Januar 2015 hat die EZB beschlossen noch mehr geld in den Umlauf zu bringen. Dafür erschafft die EZB für sich selbst Geld und kauft damit den Geschäftsbanken Kredite an Staaten ab. Diese Kredite sind bekannt als Staatsanleihen. Auch diese Tatsache ändert nichts daran, dass sich bei den Banken zwar das Geld häuft, es ihnen die Bürger und Unternehmen aber aktuell nicht abnehmen wollen.
Jetzt ist es so, dass man auch privat Staatsanleihen kaufen kann, bzw. sich daran beteiligen kann. Das muss man sich dann wie eine Aktie vorstellen. In Deutschland sind das die Bundeswertpapiere.
https://www.deutsche-finanzagentur.de/d ... rtpapiere/
Diese Bundeswertpapiere haben halt eine gewisse Laufzeit und entsprechende Renditen. Diese Renditen werden im Prinzip vom Staat gezahlt, wenn er sich frisches Geld leiht und gehen dann an diese Anleiheninvestoren als Belohnung dafür, dass man dem Staat eben mal Geld geliehen hat.

Wenn wir uns das alles zusammen ansehen, dann ist die EZB in 1. Linie EIGENTLICH eine "gute Bank", die wirklich mit allen möglichen Mitteln versucht Geld unter die Menschen zu bringen. Das Problem, welches wir seit Jahren haben ist, dass die Menschen und Unternehmen das Geld nicht wollen. Also nicht dieses in die Verschuldung führende Geld. Man möchte immer lieber Schuldenfrei Geld erarbeitet haben und sich davon etwas bezahlen, als einer Bank etwas schulden zu müssen.
ich hoffe jeder ist jetzt voll im Bilde was unsere EZB an sich macht und was IM PRINZIP auch die anderen Zentralbanken auf der Welt machen.
Die Frage ist jetzt: warum wollen die Menschen und Unternehmen sich keine Kredite nehmen und warum verschlechtert sich die Wirtschaftslage?

Das ist eigentlich fast unmöglich zu beantworten. Menschen machen das halt aus Gründen wie eben beschrieben. Vielleicht brauchen sie auch einfach keine Kredite, hier kann man halt wirklich nichts aktiv festlegen.

Auch bei Unternehmen müsste man jetzt wirklich aktiv Wirtschaftskennzahlen hier aufführen, die ich nicht zur Hand habe.
Im Prinzip verläuft es so, dass ein Unternehmen einen Teil seines Gewinns für neue Investitionen benutzt. Neuer Betrieb, neues Produkt, Forschung, was auch immer. hat ein Betrieb nicht genug Geld, leiht er sich welches bei der Bank in der Hoffnung mit dieser Investition wieder mehr Umsatz machen zu können um schlussendlich diesen Kredit bedienen zu können und noch mehr Gewinn zu machen. Ein recht simpler Kreislauf.
Nun ist es leider so, dass wir auf Grund gewisser Handelsbeziehungen, politischer Entscheidungen und globaler Probleme oder manchmal auch ganz einfach auf Grund von ZUVIEL Wirtschaftswachstum nun Unternehmen haben, die nicht mehr groß investieren wollen. Höchstens in die bestehenden Betriebe oder Produktketten. Dafür reicht oft aber auch der eigene Gewinn.
Der Brexit ist z. B. seit längerem Thema. Großbritanien bzw. England ist innerhalb der EU der größte Handelspartner von Deutschland. Wir haben eine Menge Unternehmen, die dort investieren und jetzt eben davor zurückschrecken, weil die Aussichten ganz einfach unklar sind. Das mal als simples Beispiel.

An sich soweit gar nicht so schlimm das alles wie es scheint. Wir haben Banken die halt ihr Geld nicht los werden und denen damit ihr Geschäft kaputt geht, wir haben Bürger und Unternehmen, die immer weniger Lust haben Kredite zu ziehen und wir haben z. B. auch Deutschland mit seiner schwarzen 0 Politik, mit welcher wir im Endeffekt auch keine neuen Anleihen erzeugen.
Aber jetzt kommt ein weiterer Punkt, welcher in diesem System dann zum Knackpunkt wird.
Wenn Mitarbeiter nicht mehr Lohn/Gehalt bekommen, damit dann wegen der steigenden Inflation weniger kaufen können und Unternehmen dann weniger Umsatz machen, im schlimmsten Fall jetzt Mitarbeiter entlassen müssen um weiterhin wirtschaftlich arbeiten zu können und damit insgesamt das Wirtschaftswachstum ins wanken kommt, DANN kollabiert das System.

Hier muss man jetzt mehrere Punkte aufgreifen:
1.: die Endlosschraube von Vorstands- und Managergehältern
Sagen wir es gibt 3 Unternehmen, allen 3 gehts gut und die suchen einen neuen Manager für iwas. In 99% der Fälle findet das Unternehmen einen Manager, welches ihm am meisten Geld bietet, bzw. welches den insgesamt besten Vertrag anbietet. Dieser Fakt alleine führt zu einer Endlosschraube. Denn wenn man jetzt iwo diese bezüge kürzen würde für zukünftige Manager, dann gehen diese eben zur Konkurrenz. Denen ist in der Regel egal wo sie arbeiten. Ganz ähnlich läuft es halb bei den Vorständen ab. Vorstandsgehälter in bezug auf börsennotierte Unternehmen werden in Deutschland in der Regel zu 40% fix und zu 60% variabel gezahlt. Die 40% sind halt eine Art Grundgehalt, welches sich aus diversen Faktoren zusammensetzt und die 60% sind im Prinzip die Bonigehälter. Dabei sind 2/3 davon abhängig vom langfristigen Unternehmenserfolg und 1/3 vom kurzfristigen. Das Problem ist, dass diese Boni direkt in normalem Geld ausgezahlt werden und nicht in Aktien, wie es bestimmt schon tausendfach von allen möglichen Wirtschaftswissenschaftlern gefordert wurde.
Diese tatsache führt dazu, dass Millionen von dem Unternehmen zurückgehalten werden müssen nur um diese Boni zu zahlen, anstatt einfach Aktienpakete auszugeben.
Dieses Geld könnte das Unternehmen auch nutzen um seine normalen Mitarbeiter besser zu bezahlen.

2.: massive Fehlinvestitionen der Regierung und Steuerverschwendung
Es dürfte niemandem entgangen sein, dass wir in Deutschland und natürlich auch in anderen EU-Ländern massive Steuerverschwendungen von unseren Regierungen hinnehmen müssen. Der BER ist vermutlich ein Paradebeispiel dafür. Diese Fehlplanungen und Steuerverschwendungen sind im Prinzip Geld, welches dem Bürger über Steuersenkungen hätte zurückgegeben werden können, wären solche Projekte wie ursprünglich geplant normal beendet worden. Denn sie führen zu einem massiven Steuerstau.
Wenn unsere Regierung z. B. 20 Milliarden an Steuern eingenommen hat, muss wieder eine gefühlte Milliarde nur in solche sinnlosen Projekte geschoben werden, damit es weiter gehen kann, obwohl dieses Geld längst im Steuerüberschuss hätte landen können.
Die gesamte Affaire im Verteidigungsministerium wo viele Aufträge komplett ohne Wirtschaftsprüfung oder Wettbewerbsprüfung erteilt wurden oder eben Berater für Dinge einbestellt wurden, wo normale Soldaten ebenfalls hätten beraten können sind ebenfalls solche Steuerverschwendungen. Vermutlich braucht die Truppe die Hälfte dieser Investitionen nicht und die andere Hälfte hätte um die Hälfte billiger sein können.
Alles Gelder, welche im Endeffekt durch Steuerentlastungen an den Bürger zurückfließen könnten.

3.: Nichtverfolgung von Steuersündern
Ein ganz gewaltiges Problem in Deutschland ist die gefühlte Nichtverfolgung von Steuersündern. Wir könnten längst Steuersenkungen haben, wenn wesentlich aktiver gegen Steuersünder vorgegangen werden würde. Es gibt nachweislich zu wenig Personal bei den Finanzämtern, Ermittlungsmöglichkeiten werden vom deutschen Gesetz extrem beschnitten und auf EU-Ebene tut sich dank Luxemburg, Irland und Matla auch nichts, welche sich Ende 2017 gegen die Überarbeitung der EU-Geldwäscherichtlinie gestellt haben. Man kann wirklich nur schätzen, was den Staaten dort an MIlliarden flöten geht. Würden alle Menschen ihre Gelder vernünftig versteuern, wäre die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass von diesen ganzen Mehreinnahmen der gesamte Staat profitieren könnte. Es wäre mehr Geld für Sozialsysteme da, es wäre mehr Geld für infrastrukturelle Probleme da und natürlich auch für Steuersenkungen. Dann müsste es vielleicht auch nicht so eine sinnlos Debatte um den Soli geben, welcher damit umgehend eingestampft werden könnte.

4.: Lügenpresse und Volksverdummung
Wer kennt es nicht, wenn in den Medien gesagt wird, dass in Deutschland die Löhne im Schnitt um 3% gestiegen sind und an sich doch alles gut sei. Jedes Jahr ist es das gleiche Spiel. Wenn wir uns nun allerdings bewusst machen, dass unsere Bundesregierung z. B. neuerdings ihre Diäten automatisiert erhöhen lässt auf Basis der Gehalts- und Lohnsteigerung aus dem Vorjahr, haben wir schonmal 1 Ecke dieser Lüge, die sich von selbst nach oben korrigiert ohne etwas dafür tun zu müssen und gleichzeitig wieder den Wert pusht für das nächste Jahr. Dazu kommt dann, dass bei steigenden Umsätzen auch die Gehälter von Managern usw steigen. Die Boni werden da tatsächlich mit hineingerechnet. Und zum Abschluss haben wir dann noch die ganzen Tarifverträge, welche immer wieder für Lohnerhöhungen sorgen. Diese 3 Kanten erzeugen die Illusion, dass in Deutschland die Löhne immer schön weiter wachsen würden, doch für alle anderen, die nicht Teil dieser 3 Punkte sind ist es eben nicht so. Das Traurige daran ist, dass dies leider auch nicht wirklich kontrolliert wird. Es kümmert ganz einfach keinen.


Das sind jetzt nur 4 Beispiele, welche in unserem komplexen System dafür sorgen, dass der einzelne Bürger nicht über das Geld verfügt, worüber er eben durchaus verfügen KÖNNTE und was damit auch mehr Kaufkraft erzeugen würde um das Inflationssystem und das Wirtschaftswachstum am Leben zu erhalten.

Ich hoffe an dieser Stelle ist die Problematik mit dem Zentralbanksystem und dem damit verbundenen Kreditsystem klar geworden. Dieses System muss unausweichlich immer wieder kollabieren und wer die Worte von eben verstanden hat, der könnte erkannt haben wie nah wir eigentlich vor dem nächsten Kollaps sind.



Jetzt möchte ich weiter machen mit unserer Bundesregierung. Als ehemaliger Soldat wahre ich in dieser Hinsicht absolute Neutralität. Wenn ich eine Partei kritisiere, dann bedeutet dies nicht, dass ich eine Andere bevorzuge und nur weil ich einen Standpunkt einer Partei unterstützen würde, bedeutet das nicht, dass ich diese Partei empfehlen würde usw.
Vielleicht kann ich an dieser Stelle einige Menschen aufwecken, die gewisse Parteien nur oberflächlich betrachten und nicht genau wissen was die eigentlich wirklich treiben.

Platzhalter/ geht Dienstag/Mittwoch weiter
Zuletzt geändert von TonY417 am 6. Apr 2019, 13:12, insgesamt 2-mal geändert.
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Was man im Inneren ist spielt keine Rolle. Was man tut zeigt wer man ist.
Man stirbt als Held oder lebt solange, bis man selbst der Böse wird.
alchieas
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30. Mär 2019, 05:40

War lange nicht mehr hier drin. Ich machs kurz. Sehr gerne auch in Zukunft Beiträge dieser Art, wenn du die Energie dazu hast. Mir gefällt diese Big-Picture Sicht die du aufzeigst. Das fehlt mir sehr oft bei vielen Personen. Egal welcher Art. Zudem - aber das ist jetzt meine pers. Meinung - schätze ich deine vermittelten Informationen als sehr neutral ein. Soll natürlich jeder noch für sich selbst hinterfragen.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor alchieas für den Beitrag:
TonY417 (30. Mär 2019, 09:40)
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TonY417
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6. Apr 2019, 13:35

Ich danke dir für deine Worte! Es erfreut natürlich zu sehen, dass es 1. überhaupt Leser gibt :D und 2., dass es Menschen gibt, die verstehen auf was man hinaus möchte.
Diese Beiträge werden die Tage noch ergänzt, ich habe aktuell nicht die Zeit dafür, aber ich habe vor, diese Projekt bis Ende April fertig zu stellen, bevor ich dann abreise.
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