BTC/USDT
--------
ETH/BTC
--------
LTC/BTC
--------
XRP/BTC
--------
ADA/BTC
--------
XLM/BTC
--------
NEO/BTC
--------
IOTA/BTC
--------
XMR/BTC
--------
XVG/BTC
--------

Die Zeit läuft ab.....

TonY417

Aktives Mitglied
22 Dezember 2017
203
162
Ich werde an der Stelle nochmal nen post aus nem anderen thread von mir hier einfügen und diesen nun weiter bearbeiten. JETZT habe ich ja genug Zeit dafür.
ich hoffe damit möglichst viele user über unsere aktuelle Lage im FInanzwesen aufklären zu können, auf das hier alle sorgfältig überlegte Entscheidungen treffen.



Meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Mitinvestoren und Communitymitglieder.


Ich möchte an dieser Stelle nochmal die Lage der Finanzwelt beleuchten. auf Politik ist an der Stelle sehr wichtig.
ich habe mich die letzten Monate so intensiv wie glaube ich noch nie mit Politik, Finanzwesen, Bankenwesen und Volkswirtschaft beschäftigt und möchte das Wissen hier teilen. Denn wir sitzen hier alle im gleichen Boot. Nehmt euch die Zeit und denkt drüber nach was ihr gelesen habt.

Fangen wir an:
Zunächst möchte ich nochmal klar machen wie das Zentralbanksystem funktioniert, damit dann später besser verstanden werden kann wie groß eigentlich das Ausmaß unseres Problems ist.
Die europäische Zentralbank, kurz: EZB, ist zuständig für die Kontrolle der europäischen Banken und der Geldmenge im Euroraum, also des Euro.
Die EZB ist unabhängig und untersteht keinerlei politischer Kontrolle. Nur ihr Ziel ist praktisch von der EU vorgegeben, also ihre Kernaufgabe.
Dieses Ziel besteht aus Preisstabilität und Wirtschaftswachstum.
Die absolute Kernaufgabe der EZB ist die Preisstabilität und nach EU Vorgabe sollen die Preise im Euroraum im Schnitt um etwa 2% pro Jahr steigen (Inflationsziel = 2%). Hier muss man jetzt im Prinzip den wirtschaftlichen Aspekt verstehen. Warum sind stetig steigende Preise wichtig? Weil bei fallenden Preisen mögliche Investitionen ins stocken geraden, da man auf noch geringere Preise setzen würde. Ganz normaler Wirtschaftskreislauf.
Es würde weniger investiert werden, weniger Gewinne würden erzielt werden und so weiter.
Um das kurz zu versinnbildlichen:
Peter sucht ein neues Auto und stellt fest, dass aktuell die Preise fallen am Automarkt. Je nach Dringlichkeit könnte es nun sein, dass er wartet bis die Preise noch weiter fallen um sein Auto noch billiger zu bekommen. Unternehmen gehen damit Umsätze flöten. Ist ein Betrieb wirtschaftlich nicht mehr tragbar könnte er geschlossen werden oder Personal könnte abgebaut werden usw usw.
Es ist an sich sehr viel Spekulation auf das was passieren KÖNNTE, aber unterm Strich ist es eben eine negative Entwicklung.

Damit die Inflation den Bürger nicht pleite macht hat die EZB Werkzeuge um eben das Wirtschaftswachstum zu boosten, damit die Löhne eben auch steigen können und die Inflation wieder tragbar ist.
Das mit Abstand wichtigste Werkzeug ist der Leitzins. Die EZB vergibt Kredite mit genau diesem Zinssatz an normale Geschäftsbanken wie wir sie alle kennen. Deutsche Bank, Commerzbank, die deutsche Bundesbank usw usw. Diese vergeben dann mit eigenen Zinssätzen diese Kredite wieder an Bürger und Unternehmen und kurbeln damit die Wirtschaft an.
Neben dem Leitzins gibt es aber auch den fast unbekannten Einlagezins. Banken können überschüssiges Geld, welches sie haben bei der EZB lagern, z. B. als Notreserve. Normalerwiese würde dieses Geld jetzt mit dem Einlagezins wie auf einem Sparkonto vermehrt werden. Aktuell ist dieser Zins allerdings etwas im Minus, was bedeutet, dass Banken möglichst wenig Geld bei der EZB lassen sollen, weil sie sonst Strafzinsen zahlen müssen. Die Geschäftsbanken werden also enteignet. Der Sinn dahinter ist, dass die Geschäftsbanken möglichst geringe Zinsen auf eigene Kredite auslegen sollen um diese dann eben unter die Leute zu bringen, damit die Wirtschaft weiter boomt.

An dieser Stelle sehen wir schonmal 2 aktuelle Probleme der EZB:
1.: Der Leitzins ist bereits bei 0. Banken können also zinslos Geld leihen. Die EZB kann es an dieser Stelle also nicht noch schmackhafter machen.
2.: Der negative Einlagezins zwingt Banken künstlich dazu ihr Geld noch billiger anzubieten und vernichtet damit mögliche Reserven der Geschäftsbanken. Das ist aber wirkungslos, wenn die Menschen kein Interesse an Krediten haben, ganz egal wie niedrig die Zinsen der Geschäftsbanken sind.
Unterm Strich lässt sich sagen, dass die Banken nur sehr schwer Möglichkeiten haben über ihre Kerninstrumente, also Kredite, Geld zu verdienen.

Im Januar 2015 hat die EZB beschlossen noch mehr Geld in den Umlauf zu bringen. Staatsanleihen sollten von Geschäftsbanken abgekauft werden. Eine Staatsanleihe ist ein besonderer Kredit an den Staat mit einer gewissen Laufzeit. Dieser kann von anderen Staaten, Geschäftsbanken oder auch von privaten Personen gegeben werden. Im Regelfall erhält der Kreditgeber eine entsprechende Rendite auf diese Anleihe, quasi als Belohnung dafür, dass er dem Staat iwan man Geld geliehen hat.
Durch das abkaufen der Staatsanleihen möchte die EZB Risikoanleihen wegkaufen um die Gesamtsituation in der EU zu stabilisieren. Länder wie Griechenland, Portugal oder Italien werden wegen eines möglichen Staatsbankrotts zum Risiko für die Kreditgeber der Anleihen, weil die Renditen nicht gezahlt werden können. Durch das wegkaufen dieser Risikoanleihen gibt die EZB möglichen Investoren also wieder die Möglichkeit neue Anleihen zu kaufen und damit neues Geld in die Staaten zu schieben.

Wenn wir uns das alles zusammen ansehen, dann ist die EZB in 1. Linie EIGENTLICH eine "gute Bank", die wirklich mit allen möglichen Mitteln versucht Geld unter die Menschen, Unternehmen und Staaten zu bringen. Das Problem, welches wir seit Jahren haben ist, dass die Menschen und Unternehmen das Geld nicht wollen. Also nicht dieses in die Verschuldung führende Geld. Man möchte immer lieber Schuldenfrei Geld erarbeitet haben und sich davon etwas bezahlen, als einer Bank etwas schulden zu müssen.
Ich hoffe jeder ist jetzt voll im Bilde was unsere EZB an sich macht und was IM PRINZIP auch die anderen Zentralbanken auf der Welt machen.
Die Frage ist jetzt: warum wollen die Menschen und Unternehmen sich keine Kredite nehmen und warum verschlechtert sich die Wirtschaftslage?

Das ist eigentlich fast unmöglich zu beantworten. Menschen machen das halt aus Gründen. Vielleicht brauchen sie einfach keine Kredite, hier kann man halt wirklich nichts aktiv festlegen.

Auch bei Unternehmen müsste man jetzt wirklich aktiv Wirtschaftskennzahlen hier aufführen, die ich nicht zur Hand habe.
Im Prinzip verläuft es so, dass ein Unternehmen einen Teil seines Gewinns für neue Investitionen benutzt. Neuer Betrieb, neues Produkt, Forschung, was auch immer. Hat ein Betrieb nicht genug Geld, leiht er sich welches bei der Bank in der Hoffnung mit dieser Investition wieder mehr Umsatz machen zu können um schlussendlich diesen Kredit bedienen zu können und noch mehr Gewinn zu machen. Ein recht simpler Kreislauf.
Nun ist es leider so, dass wir auf Grund gewisser Handelsbeziehungen, politischer Entscheidungen und globaler Probleme oder manchmal auch ganz einfach auf Grund von ZUVIEL Wirtschaftswachstum nun Unternehmen haben, die nicht mehr groß investieren wollen. Höchstens in die bestehenden Betriebe oder Produktketten. Dafür reicht oft aber auch der eigene Gewinn.
Der Brexit ist z. B. seit längerem Thema. Großbritanien bzw. England ist innerhalb der EU der größte Handelspartner von Deutschland. Wir haben eine Menge Unternehmen, die dort investieren und jetzt eben davor zurückschrecken, weil die Aussichten ganz einfach unklar sind. Das mal als simples Beispiel.

An sich soweit gar nicht so schlimm das alles, wie es scheint. Wir haben Banken die halt ihr Geld nicht los werden und denen damit ihr Geschäft kaputt geht, wir haben Bürger und Unternehmen, die immer weniger Lust haben Kredite zu ziehen und wir haben z. B. auch Deutschland mit seiner schwarzen 0 Politik, mit welcher wir im Endeffekt auch keine neuen Anleihen erzeugen.
Aber jetzt kommt ein weiterer Punkt, welcher in diesem System dann zum Knackpunkt wird.
Wenn Mitarbeiter nicht mehr Lohn/Gehalt bekommen, damit dann wegen der steigenden Inflation weniger kaufen können und Unternehmen dann weniger Umsatz machen, im schlimmsten Fall jetzt Mitarbeiter entlassen müssen um weiterhin wirtschaftlich arbeiten zu können und damit insgesamt das Wirtschaftswachstum ins wanken kommt, DANN kollabiert das System.
 

TonY417

Aktives Mitglied
22 Dezember 2017
203
162
Hier muss man jetzt mehrere Punkte aufgreifen:
1.: die Endlosschraube von Vorstands- und Managergehältern
Sagen wir es gibt 3 Unternehmen, allen 3 gehts gut und die suchen einen neuen Manager für iwas. In 99% der Fälle findet das Unternehmen einen Manager, welches ihm am meisten Geld bietet, bzw. welches den insgesamt besten Vertrag anbietet. Dieser Fakt alleine führt zu einer Endlosschraube. Denn wenn man jetzt iwo diese Bezüge kürzen würde für zukünftige Manager, dann gehen diese eben zur Konkurrenz. Denen ist in der Regel egal wo sie arbeiten. Ganz ähnlich läuft es halt bei den Vorständen ab. Vorstandsgehälter in Bezug auf börsennotierte Unternehmen werden in Deutschland in der Regel zu 40% fix und zu 60% variabel gezahlt. Die 40% sind halt eine Art Grundgehalt, welches sich aus diversen Faktoren zusammensetzt und die 60% sind im Prinzip die Bonigehälter. Dabei sind 2/3 davon abhängig vom langfristigen Unternehmenserfolg und 1/3 vom kurzfristigen. Das Problem ist, dass diese Boni direkt in normalem Geld ausgezahlt werden und nicht in Aktien, wie es bestimmt schon tausendfach von allen möglichen Wirtschaftswissenschaftlern gefordert wurde.
Diese Tatsache führt dazu, dass Millionen von dem Unternehmen zurückgehalten werden müssen nur um diese Boni zu zahlen, anstatt einfach Aktienpakete auszugeben.
Dieses Geld könnte das Unternehmen auch nutzen um seine normalen Mitarbeiter besser zu bezahlen.

2.: massive Fehlinvestitionen der Regierung und Steuerverschwendung
Es dürfte niemandem entgangen sein, dass wir in Deutschland und natürlich auch in anderen EU-Ländern massive Steuerverschwendungen von unseren Regierungen hinnehmen müssen. Der BER oder Stuttgart 21 sind vermutlich Paradebeispiele dafür. Diese Fehlplanungen und Steuerverschwendungen sind im Prinzip Geld, welches dem Bürger über Steuersenkungen hätte zurückgegeben werden können, wären solche Projekte wie ursprünglich geplant normal beendet worden. Denn sie führen zu einem massiven Steuerstau.
Wenn unsere Regierung z. B. 20 Milliarden an Steuern eingenommen hat, muss wieder eine gefühlte Milliarde nur in solche sinnlosen Projekte geschoben werden, damit es weiter gehen kann, obwohl dieses Geld längst im Steuerüberschuss hätte landen können.
Die gesamte Affaire im Verteidigungsministerium wo viele Aufträge komplett ohne Wirtschaftsprüfung oder Wettbewerbsprüfung erteilt wurden oder eben Berater für Dinge einbestellt wurden, wo normale Soldaten ebenfalls hätten beraten können sind ebenfalls solche Steuerverschwendungen. Vermutlich braucht die Truppe die Hälfte dieser Investitionen nicht und die andere Hälfte hätte um die Hälfte billiger sein können.
Alles Gelder, welche im Endeffekt durch Steuerentlastungen an den Bürger zurückfließen könnten.

3.: Nichtverfolgung von Steuersündern
Ein ganz gewaltiges Problem in Deutschland ist die gefühlte Nichtverfolgung von Steuersündern. Wir könnten längst Steuersenkungen haben, wenn wesentlich aktiver gegen Steuersünder vorgegangen werden würde. Es gibt nachweislich zu wenig Personal bei den Finanzämtern, Ermittlungsmöglichkeiten werden vom deutschen Gesetz extrem beschnitten und auf EU-Ebene tut sich dank Luxemburg, Irland und Malta auch nichts, welche sich Ende 2017 gegen die Überarbeitung der EU-Geldwäscherichtlinie gestellt haben. Man kann wirklich nur schätzen, was den Staaten dort an MIlliarden flöten geht. Würden alle Menschen ihre Gelder vernünftig versteuern, wäre die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass von diesen ganzen Mehreinnahmen der gesamte Staat profitieren könnte. Es wäre mehr Geld für Sozialsysteme da, es wäre mehr Geld für infrastrukturelle Probleme da und natürlich auch für Steuersenkungen. Dann müsste es vielleicht auch nicht so eine sinnlos Debatte um den Soli geben, welcher damit umgehend eingestampft werden könnte.

4.: Lügenpresse und Volksverdummung
Wer kennt es nicht, wenn in den Medien gesagt wird, dass in Deutschland die Löhne im Schnitt um 3% gestiegen sind und an sich doch alles gut sei. Jedes Jahr ist es das gleiche Spiel. Wenn wir uns nun allerdings bewusst machen, dass unsere Bundesregierung z. B. neuerdings ihre Diäten automatisiert erhöhen lässt auf Basis der Gehalts- und Lohnsteigerung aus dem Vorjahr, haben wir schonmal 1 Ecke dieser Lüge, die sich von selbst nach oben korrigiert ohne etwas dafür tun zu müssen und gleichzeitig wieder den Wert pusht für das nächste Jahr. Dazu kommt dann, dass bei steigenden Umsätzen auch die Gehälter von Managern usw steigen. Die Boni werden da tatsächlich mit hineingerechnet. Und zum Abschluss haben wir dann noch die ganzen Tarifverträge, welche immer wieder für Lohnerhöhungen sorgen. Diese 3 Kanten erzeugen die Illusion, dass in Deutschland die Löhne immer schön weiter wachsen würden, doch für alle anderen, die nicht Teil dieser 3 Punkte sind ist es eben nicht so. Das Traurige daran ist, dass dies leider auch nicht wirklich kontrolliert wird. Es kümmert ganz einfach keinen.


Das sind jetzt nur 4 Beispiele, welche in unserem komplexen System dafür sorgen, dass der einzelne Bürger nicht über das Geld verfügt, worüber er eben durchaus verfügen KÖNNTE und was damit auch mehr Kaufkraft erzeugen würde um das Inflationssystem und das Wirtschaftswachstum am Leben zu erhalten.
Mehr Kaufkraft = mehr Ausgaben = mehr Umsatz = mehr Wirtschaftswachstum.

Ich hoffe an dieser Stelle ist die Problematik mit dem Zentralbanksystem und dem damit verbundenen Kreditsystem klar geworden. Dieses System muss unausweichlich immer wieder kollabieren und wer die Worte von eben verstanden hat, der könnte erkannt haben wie nah wir eigentlich vor dem nächsten Kollaps sind.
 
Zuletzt bearbeitet:

TonY417

Aktives Mitglied
22 Dezember 2017
203
162
Zentralbanksystem abgehakt. Jetzt schauen wir uns mal ein paar Daten zur aktuellen Lage in der EU und in Deutschland an um besser verstehen zu können, warum der nächste Kollaps Ausmaße annehmen könnte die sich keiner so ernsthaft vorstellen kann.

Vllt sollte ich an der Stelle mit Christine Lagarde, der künftig neuen EZB Chefin, anfangen um auch zu verstehen was jetzt auf uns zukommen KÖNNTE!
Ich sage könnte, weil das natürlich nur Wahrscheinlichkeitsspielchen von mir sind.
Lagarde war 4 Jahre lang Wirtschafts- und Finanzministerin in Frankreich und ist nun seit 2011 IWF Direktorin.
IWF, der internationale Währungsfonds, schneide ich hier mal nur ganz kurz an.
Kurz gefasst kann man sagen, dass der IWF Sonderkredite an Staaten vergibt die generell Zahlungsprobleme haben und denen die Währungsreserven ausgehen. Diese Kredite sind an besondere wirtschaftspolitische Auflagen geknüpft um eine Rückzahlung der Kredite zu sichern.
Durch ihre Arbeit beim IWF hat Lagarde viel Kontakt zu Problemländern auf der Welt bekommen und es haben sich Ansichten wie eine möglichst komplette Abschaffung des Bargeldes verfestigt.
Wenn man an der Stelle mal kurz von einer Traumwelt ausgeht ist das auch gar nicht so dumm. Bargeld führt automatisch zu Schwarzarbeit oder Schwarzhandel jeglicher Art. Würde man es restlos abschaffen, würden sich zwar neue Wege für diese 2 Formen finden, aber vermutlich hätte man erstmal ne richtig fette Klappe geschlagen.
Sie ist allerdings auch ein Fan von Negativzinsen, was wenn man die ersten 2 Abschnitte verstanden hat das Kollabieren des Systems nur immer weiter hinauszögert, aber es nicht aufhält.
Darüber hinaus vertrat sie als IWF Chefin gerne den Standpunkt, dass man um Währungen zu retten auch mal geltende Verträge brechen müssen. Ich spreche hier nicht von Handelsverträgen, sondern eher von Tabubrüchen in Bezug auf Verbraucherschutzverträge usw. .
Wir denken mal an der Stelle ganz kurz darüber nach was passiert wenn wir als Privatperson geltende Verträge brechen.....ganz genau :D

Ich verlinke an der Stelle mal kurz "working paper" vom IWF über "de- cashing".
Ist auf English, wer Zeit hat sollte sich das allerdings ernsthaft mal geben. Das jetzt zu übersetzen würde mich sehr sehr viel Zeit kosten, deshalb kann ich das an der Stelle noch nicht tun. Später vllt.

Wenn man also ein klein wenig die Hintergründe dieser Person durchleuchtet, dann wird zumidnest mir ein wenig unwohl dabei zu wissen, dass sie bald die Chefin des Euro werden soll....



Schauen wir uns jetzt mal ein paar Bankdaten an.
Banken sind für unser Geld- und Wirtschaftssystem absolut Systemrelevant. Wir wir aber oben festgestellt haben geht es den Banken in der EU absolut nicht gut. Ihre Hauptgeldquelle, die Krediteinnahmen sind fast komplett zusammengebrochen, sie bekommen bei der EZB keine Einlagezinsen mehr und ihre Instrumente für Bürger um Geld zu sparen mussten sie nun auch immer mehr einstampfen, weil es sie aussaugt.
Die 0 Zins Politik der EZB hat dazu geführt, dass wir eine unheimliche Menge an Zombiefirmen in der EU haben.
Eine Zombiefirma ist im Prinzip ein hoch verschuldetes Unternehmen mit einem nicht rentablen Geschäftsmodell, welches die Zinsen seiner Kredite nicht bedienen kann, ganz zu schweigen vom Kredit selbst.
Wie kann ein Unternehmen sich also vor einer Pleite retten? Es nimmt einen Kredit auf um seinen Kredit zu tilgen, z. B. von einer anderen Bank.
Bei der Niedrigzinslage der letzten Jahre konnten Zombiefirmen einen Kreislauf entwickeln um künstlich am Leben zu bleiben, obwohl sie längst hätten zusammenbrechen müssen. Die Staaten sind daran auch nicht unschuldig, denn sie subventionieren diese Unternehmen im schlimmsten Fall noch dick und fördern damit diesen Kreislauf nur.

Zombiefirmen gab es schon immer, aber sie sterben dann normalerweise mit der Zeit und es bilden sich neue und die sterben auch usw.
Jetzt haben wir halt eine immer größer werdende Anzahl dieser Zombiefirmen und diese sind natürlich ein Risiko für die Banken.

Man stelle sich kurz 2 Zombiefirmen und 2 Banken vor. Firma A hat von Bank A einen Kredit um einen Kredit von Bank B abzahlen zu können. Firma B von Bank B um einen bei Bank A bezahlen zu können. Jetzt macht Bank A aus Gründen x pleite. Firma A muss nun die gesamte Kreditschuld von Bank A sofort zurückzahlen. Kann sie aber nicht, weil sie ja überhaupt erst einen gebracht hat um einen anderen Kredit zu tilgen. Firma A geht pleite.
Bank B wird nun nichts mehr bekommen von Firma A und geht ebenfalls pleite. Firma B muss nun seine Kreditschuld bei Bank B auch sofort zurückzahlen, kann dies aber nicht und Firma B geht auch pleite. Peng alle 4 pleite.

Das war eine EXTREM versimpelte Darstellung, aber ich hoffe sie hat die Kettenreaktion deutlich gemacht. Wenn in der Realität ne ganze Branche den Bach runter geht, wird das für die Banken überhaupt nicht gut aussehen...

Und jetzt kommen wir zu meiner Lieblingsstelle:
Die EU-Reform zur Abwicklung von Pleitebanken von 2013, 2016 und von 2018.

2013 hatte man festgelegt, dass Gläubiger und Eigentümer der Bank mehr haften sollen. Zunächst einmal wurde ein Topf aufgebaut in den die Banken selber einzahlen und aus dem dann bei ner drohenden Pleite geschöpft wird. Die Banken retten sich also selbst. Ich zweifel allerdings daran, dass dieser Topf ausreichen wird bei der möglichen Pleitekaskade die ich oben beschrieben habe.
Mit dem neuen System wurde zugesichert, dass Kleinsparer mit einem Vermögen unter 100.000€ komplett verschont bleiben.
Haften sollen unter Anderem Aktionäre. Ich bin gerade nicht sicher, aber ich glaube es war von 8% der Aktienwerte die Rede. An der Stelle ist es egal ob mal Kleinsparer ist, jeder Aktionär wird an der Stelle enteignet.
Sollte das zusammen mit dem Topfanteil nicht reichen, dann sind Versicherungen dran. Hat man eine Versicherung über eine Bank bei einem Partnerversicherer laufen, kann man sich an der Stelle von einem Teil des Versicherungswertes verabschieden. Die Zurich ist z. B. Partnerversicherer der deutschen Bank. Wenn ich mich recht entsinne sind Lebensversicherungen ganz oben auf der Abschussliste. Auch da gibts ne Reihenfolge.
Sollte das nun immer noch nicht reichen, geht es an die Sparkonten der Kunden.
Soweit zum Abwicklungsplan.
Darüber hinaus werden Schuldner vom entsprechenden Insolvenzverwalter enteignet. Entweder wird das erworbene Gut mit dem Kredit enteignet und zwangsversteigert oder aber der Kredit muss praktisch sofort bedient werden. So oder so, man wird enteignet.
Wenn man sich vorstellt, was dieser Umstand für Firmen bedeuten würde....jajaja :D
Tja und sollte das alles die Bank dann immer noch nicht retten, dann....weiß ich tatsächlich gar nicht was passieren wird, weil dieser Fall soweit mir bekannt ist nie festgelegt wurde :D
Deshalb kann ich an der Stelle nur ganz logisch annehmen, dass sämtliche Bestände bei der Bank liquidiert werden, also komplette Kundenenteignung.
 

TonY417

Aktives Mitglied
22 Dezember 2017
203
162
Wir müssen diese einzelnen Puzzleteile nun ins Bild einsetzen.
Wir haben Banken, welche immer weniger Geld erwirtschaften können. Wenn sie weniger Geld haben, können sie auch weniger in Form von Krediten ausgeben. Durch die Kreditverknappung werden VERMUTLICH die Zombiefirmen reihenweise sterben. Dadurch können Kredite aber nicht mehr bedient werden, was zu einer platzenden Schuldnerblase führen wird. Wenn dadurch mehrere Banken zusammenbrechen und durch das Abwicklungssystem gerettet werden müssen, dann werden etliche Bürger enteignet werden um diese zu retten. Nicht komplett enteignet, aber eben zum Teil.
Ich hoffe die Kettenreaktion wird damit deutlich.
Dadurch wird ein 2. Kreislauf in Gang gesetzt. Durch die sterbenden Zombiefirmen haben wir Arbeitslosenwellen. Diese werden den Staat weiter belasten. Das führt zu Haushaltsplanänderungen usw usw. Ich kann die Tragweite der Folgen an der Stelle wirklich überhaupt nicht fassen. Da kann man einfach nur noch raten und theorisieren was passieren wird.

Wer dieses Gesamtbild verstanden hat wird auch verstehen, warum eine Zinserhöhung der EZB unmöglich ist. Würden die Zinsen wieder angehoben werden und normale Geschäftsbanken würden dies auch tun, dann würden die Zombiefirmen wieder alle sterben, weil sie diese Kreditzinsen gar nicht bedienen können. Das ist in den USA aktuell nicht anders. Die Zentralbanken sind in ihrem eigenen System gefangen und es kann nur 2 mögliche Auswege geben:
1.: ein Schuldenschnitt für ALLE! Problem dabei ist, dass damit künstlich endloses, eigentlich nicht existentes Wachstum erzeugt wird. Ein Konzern wie Google nimmt dann einfach neue Kredite auf um weiter zu expandieren. Gilt für andere Firmen genauso. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies passieren wird ist also extrem gering.
2.: ein Systemkollaps. Alles was pleite gehen muss geht pleite, es wird vllt jahrelang Elend geben und dann geht der Zyklus von neuem los.
Der Systemkollaps könnte nur leider bei seiner Tragweite inzwischen auch einen schweren gesellschaftlichen Schaden anrichten. Ist nicht wirklich vorhersehbar das alles.



Kommen wir mal zu einem weiteren und ganz anderen Faktor. Dem Brexit. Beunruhigend viele Menschen in Deutschland, also zumindest als ich jetzt noch da war vertraten und vertreten vermutlich noch die Ansicht, dass der Brexit vor allem den Briten schaden wird.
"Die werden sich noch wundern" und so Sachen. Naja schauen wir uns das mal genauer an.

Anfang Juli 1963 kommt der Élysée-Vertrag zustande. War ja an sich auch ne gute Sache, die Nachkriegsordnung wurde damit soweit festgehalten und bestimmt. Ludwig Erhard und Gerhard Schröder, damals Außenminister (nein, nicht der von der SPD :D), wollten hingegen eine etwas offenere Politik. Man hatte Angst die Verbindung zu Amerika zu verlieren wegen dieses Bündnisses. Also sollte Großbritannien noch mit ins Boot geholt werden.
Frankreich fand das halt nicht so geil und der gute Charles de Gaulle hat bis zu seinem Tod auch immer sein Vetorecht genutzt um den Beitritt zu verhindern.
1973 dann trat das Königreich dann der europäischen Werteunion bei (EWG).
Die Briten waren zu dem Zeitpunk ein unfassbar wichtiger Handelspartner, weil sie Kanäle in so ziemlich die ganze Welt hatten.
Deutschlands exportorientierte Wirtschaft konnte sich dadurch halt sehr gut entfalten und wurde nicht durch ewige Zollsperren und co blockiert.
Die Entwicklung der deutschen Exportwirtschaft ist maßgeblich durch dieses Bündnis gepusht worden und das die fast letzten 50 Jahre!
Weil die Briten mit einem nicht unerheblichen Teil der Welt Freihandel betreiben, konnte sich Deutschland dem anschließen und über 0 Zoll Systeme seine waren entsprechend verteilen. Durch diese Integration in die Weltwirtschaft konnte sich Deutschland dann natürlich immer selbstständiger machen, aber trotzdem laufen bis heute noch viele Wege über die Briten.
Frankreich ist kein Freihandelsland. Der Zentralismus ist halt allgegenwärtig. Der Agrarprotektionismus in der EU kommt praktisch maßgeblich aus Frankreich. Durch den Brexit wird sich also dieses Freihandelsgefüge verschieben, da auch die südlichen EU-Länder eher weniger auf Freihandel stehen. So sieht es zumindest nach Wirtschaftsdaten aus.
Wenn man jetzt die nördlichen Länder der EU zusammen nimmt, welche eher Freihandelbefürworter sind, kommt man auf ca 38% der EU-Bevölkerung. Ähnliches gilt für die südlichen Länder, die eher gegen Freihandel sind. Beide Gruppen sind also etwa gleich stark vertreten und beide haben halt die Sperrminorität im EU-Ministerrat. Der EU-Ministerrat ist halt das 2. Gremium neben dem Parlament, welches entscheidend ist was Gesetzgebungen und co angeht.
Genau wegen dieses Zustandes ist die Sperrminoritätsklausen von 35% ja überhaupt erst in das System integriert worden. Damit es praktisch gleiche Lager gibt und sich keine Superdominanz bildet.
brechen die Briten nun aus dem Nordblock heraus, wird der Südblock aller Wahrscheinlichkeit allerdings eine gewisse Dominanz ausstrahlen.
Die südlichen Länder sind wie wir wissen recht stark verschuldet. An der Stelle besteht also die Gefahr, dass massiver Protektionismus in der EU einsetzen wird.
Den Testfall für dieses Szenario sollten wir erleben können, sobald Trump mit China fertig ist. Die EU ist nämlich direkt danach auf der Abschussliste.
Trump möchte seine Agrarwaren in die EU bringen oder er blockiert halt die Autos aus der EU. So zumindest meine Prognose um was es gehen wird.
Frankreich hat in der EU wie gesagt einen massiven Agrarprotektionismus erwirkt. Die EU hat ein unfassbar gewaltiges Netz an Normen wie halt Waren wie Bananen und Gurken und was auch immer auszusehen haben. Und genau durch diesen Mechanismus können auswärtige eben Kaum in den EU-Agrarmarkt eindringen.

Diese Thematik ist vermutlich auch der Grund, warum es im Hintergrund dezent zwischen Deutschland und Frankreich kriselt. Der Automarkt ist in Deutschland halt fast schon Systemrelevant. Wenn die Amis den Import nun Blockieren, sieht das wieder übel aus. Aber wenn Frankreich weiter den Agrarimport so blockiert, tja dann kann es ja nur zum Klinsch kommen.
Frankreich ist in der Hinsicht übrigends eher auf Handelskrieg mit den USA eingestellt, Deutschland möchte eher Zölle abschaffen und den Agrarmarkt öffnen für die Amis.
ich sags mal so. Bei nem Handelskrieg, würde es in Deutschland vermutlich nicht rund laufen. Es darf nicht unterschätzt werden wie wichtig BMW z. B. für die Stadt München ist oder VW eben für Hannover und ganz Niedersachsen.
Bedenkt mal diese Worte im Hinblick auf diese ganzen Entlassungen in dem Sektor. Man bereitet sich halt vor. Man stellt sich auf ein Risikoszenario ein.

Kommen wir zurück zur Bedeutung vom Brexit für Deutschland.
Hierfür muss man erstmal verstehen warum es Deutschland "eigentlich so gut" geht. Das hat im Kern mit der Agenda 2010 von Schröder zutun und mit der Krise von 2008.
 
Zuletzt bearbeitet:

TonY417

Aktives Mitglied
22 Dezember 2017
203
162
Kommen wir zurück zur Bedeutung vom Brexit für Deutschland.
Hierfür muss man erstmal verstehen warum es Deutschland "eigentlich so gut" geht. Das hat im Kern mit der Agenda 2010 von Schröder zutun und mit der Krise von 2008.
Jeder kennt ja den Mindestlohn. Ökonomisch betrachtet gibt es auch einen "implizierten Mindestlohn". Dieser bildet sich aus Lohnersatzleistungen oder um es direkt auszusprechen: Arbeitslosengeld. Arbeitslosengeld oder Harz4 ist natürlich kein Mindestlohn, aber eben eine Form von Grundsicherung und damit eben vom rein gedanklichen her ein Mindestlohn, eben ein implizierter Mindestlohn.
Jemand der also diesen implizierten Mindestlohn erhält, darf legitimer Weise an ein Unternehmen herantreten und sagen:
"Pass auf, wenn du mich willst, musst du mindestens mehr Zahlen als ich jetzt bekomme, sonst brauch ich gar nicht erst arbeiten gehen.".
Ich denke das ist soweit logisch, wer möchte schon für weniger als Arbeitslosengeldanspruch arbeiten :D
So, was hat Schröder getan?
Schröder hat diesen implizierten Mindestlohn GESENKT, indem er 2 Dinge getan hat:
1.: er hat weniger Geld fürs Wegbleiben gelassen, indem er praktisch die Arbeitslosenhilfe, welche notfalls bis zur Rente gewährt wurde, abgeschafft hat und
2.: er hat mehr Geld fürs Mitmachen gegeben, indem er den Tarif der Sozialhilfe, auf welchen die Leute nach Abschaffung von 1. gefallen sind, durch Lohnzuschusselemente erhöht hat. Harz4.

Diese Erfindung hat praktisch neue Jobsysteme entstehen und sich entwickeln lassen. Wir kennen das als Zeitarbeit und solche Modelle eben. Die boomen seitem. Es wurden also nicht unbedingt neue, tolle Jobs erschaffen, aber Jobs. Durch Zeitarbeit, welche zu nem regelrechten Geschäftsmodell geworden ist, haben Branchen wie Bau und Industrie, vor allem Autoindustrie boomen können wie seit Ewigkeiten nicht mehr.

Arbeitslosigkeit.png


Wir sehen hier die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Westdeutschland seit Willy Brandt. Wie man eindeutig erkennen kann, gab es einen regelrechten Zyklus alle 10 Jahre mit nem ganzen Boom an Arbeitslosen. Warum das so war, weiss ich leider nicht.
Aber für Deutschland wurde das jedenfalls zum Problem, weil diese Massenarbeitslosigkeit halt nicht mehr beherrschbar schien.
Man sieht beim letzten Tiefpunkt halt im Jahre 2000 die geplatzte Dotcom Blase und das war eben die Zeit wo der Schröder agieren musste und dadurch entstand eben diese Arbeitslosenreform.
Wir wir anhand der aktuellen Arbeitslosenzahlen sehen können: hat funktioniert. (und dabei geht es nicht um den Zustand oder die Qualität der Arbeitenden. Einfach nur simpel um den Zustand ob beschäftigt oder nicht)
Agenda 2010.png


Man muss an der Stelle festhalten, dass es auf der gesamten Welt kaum eine Reform gegeben hat, die so krasse und deutliche Ergebnisse hervorgebracht hat. (ich lobe diese Reform an der Stelle nicht, das ist nur die ganz neutrale Faktenlage)
Und von diesen Reformen profitiert Deutschland rein Marktwirtschaftlich eben bis heute. Deshalb geht es Deutschland so gut. Oberflächlich betrachtet eben.

Diese Reform hat allerdings einen gewaltigen Haken. Es entstehen durch die heutigen Systeme immer mehr Ausbeutungsarbeiter. Gerade über Zeitarbeit für gewisse Branchen.
Und dieses System wird eben zusammenbrechen, wenn wir wieder schlagartig eine neue Welle von Arbeitslosen bekommen. Die Sozialtöpfe werden das in der aktuellen Form niemals auffangen können.

BIP.png


Wenn jetzt die Briten aus der EU herausbrechen mit ihrem Maßgeblichen Anteil am EU BIP und eine mögliche Jobkrise durch ein Sterben von Zombiefirmen entsteht und sich in Folge dessen das BIP von Deutschland für die EU deutlich absenkt, dann wird an der Stelle eine Kettenreaktion ausgelöst bei der man kein Genie für sein muss um zu verstehen, dass auch das gesamte Geldgebersystem innerhalb der EU von reichen Staaten wie Deutschland an Pleitestaaten wie Griechenland zusammenbrechen könnte. Ich sage immer KÖNNTE, weil es ja nicht so passieren muss, aber die Wahrscheinlichkeiten dafür erhöhen sich eben gewaltig.

ExportGB.png

Die wichtigsten deutschen Exportgüter nach Großbritannien sind hierbei: Kraftwagen und Kraftwagenteile, Maschinen, Datenverarbeitungsgeräte, elektr. u. opt. Erzeugn., Chemische Erzeugnisse

82 MRD € 2018 aus Großbritannien allein. Das muss man sich mal klar machen. Es reicht schon wenn dieser Block durch neue Handelsverträge um 10-20 MRD € schmilzt. Peng, Auftragslage in Deutschland für einige Firmen weg = erhöht Risiko des Zombiefirmensterbens.


Wir setzen an der Stelle also das Brexit Puzzleteil in das große Bild mit ein und verstehen plötzlich, dass ein ungeregelter Brexit durchaus ein Zündknopf für den EU-Kollaps sein kann, welcher nicht sofort eintreten muss, aber sich in Folge dessen eben bilden könnte.
 
Zuletzt bearbeitet:

TonY417

Aktives Mitglied
22 Dezember 2017
203
162
Wir haben also die Bankenproblematik, Zombiefirmen, Brexit.

Kommen wir mal zur Energiewende.
Wir haben in Deutschland den geplanten Doppelausstieg von Atom- und Kohlekraft, bei einem aktuellen Ökostromanteil von gerade mal 40%. CO²-Richtlinien zu Lasten der Bürger und drohende Fahrverbote, welche nicht nur im privaten Bereich ärgerlich sind, sondern eben auch im Dienstleistungs- und Speditionsbereich.

Diese Dinge sind halt eine RIESIGE Herausforderung für die Wirtschaft.
Wir wollen aussteigen aus der Kohle UND der Atomkraft und die Räder einer Industriegesellschaft hauptsächlich mit Windflügeln drehen, da wir Solarstrom gedeckelt haben und scheinbar nicht weiter fördern wollen.
Man kann da jetzt unterschiedlicher Meinung sein, aber ich für meinen Teil bin da halt extrem skeptisch ob das gehen wird.

Stromkosten.png


Ich finde leider keine komplett aktuelle Angabe zu 2018 oder 19 und global, aber es ist Tatsache, dass Deutschland bei den Stromkosten WELTWEIT führend ist. Ja, wir haben sogar Dänemark überholt und das schon Ende 2017 und es wird noch teuer werden mit der geplanten CO² Steuer.
Windkraft ist nunmal eine sehr sehr teure Form von Energie. Alle Staaten, die massiv auf Windkraft setzen, haben komplett explodierende Stromkosten für die Haushalte. Zufall? Unwahrscheinlich.
Wenn man sich stattdessen Länder mit Megasolarparks ansieht, wird man feststellen, dass diese gerade mal bei einem Viertel der Stromkosten sind. Auch Zufall? Noch unwahrscheinlicher.

Was hat das jetzt mit Wirtschaft zutun? Steigende Stromkosten bedeuten eine Beschädigung eines Industriestandortes, weil Firmen, welche Energieintensiv arbeiten, und das ist im Rahmen der Digitalisierung und Robotisierung vollkommen unausweichlich, eben immer mehr für Energie ausgeben müssen, auch wenn sie bei den Steuerkosten dort entlastet werden und bezuschusst werden und blabla. Es ist eine Kostenlast die da ist.

Der Chemiekonzern Wacker in Burghausen, Bayern z. B. hat in den USA, Tennessee inzwischen ein noch größeres Werk gebaut als in Burghausen selbst, weil die USA für 30 Jahre die Strompreise auf einem Niveau garantieren, welches nur 1/3 der deutschen Strompreise ist.
Sowas ist dann halt die Konsequenz.

Warum muss Deutschland so viel für Strom zahlen? Wie gesagt zum einen, wegen der Klimafreundlichen Windräder. Aber sind diese Windräder auch Umweltfreundlich?
Windräder.jpg


So sieht ein Windradpark in den Wäldern Brandenburgs aus. Sieht jeder diese Schneisen durch den Wald? Diese dürfen aus Sicherheitsgründen auch nicht wieder aufgeforstet werden. Darüber hinaus führen diese Windradparks nachweislich zu einem erhöhten Vogel- Fledermaus- und Insektensterben. Diese regelrechte Beeinflussung des Ökosystems führt dazu, dass gewisse Schädlinge nicht mehr aktiv aus dem Weg geräumt werden und das führt dann zu dem immer gefährlicher werdenden Waldsterben. Also es trägt halt dazu bei.
Ich hoffe die Kettenreaktion ist klar geworden. Aber da Förster, Biologen und Umweltaktivisten nicht so viel Geld einbringen wie die Windkraftbetreiber.....think about :D

Warum so viele Windräder in Deutschland aber nicht weiter Solarenergie ausbauen so wie fast alle Staaten um uns herum auch?
Das muss man dem deutschen Energiesammelgesetz zuschreiben.
Das Energiesammelgesetz ist ein Gesetzespaket der Bundesregierung zur Änderung der vier maßgeblichen deutschen Energiegesetze. Es betrifft das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), das Seeanlagengesetz (SeeAnlG) und das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG).
Eine der Kernaufgaben dieses Gesetzes ist es eine Korrektur an den Fördermaßnahmen durchzuführen, damit für die Klimaziele in Deutschland die richtigen Gelder in die richtigen Anlagen fließen.
Gleichzeitig muss aber der Wettbewerb gewahrt werden. Wo ist der Fehler in diesem Gesetz?
Zunächst vermutlich, dass es praktisch kaum Förderung für Ausbau und Forschung an Energiespeichersystemen gibt. Es scheint praktisch gewollt zu sein, dass man Strom produziert und im Falle von Überschuss in andere Staaten verkauft ohne ihn effektiv für längere Zeit zu speichern. Ich für meinen Teil empfinde das als absolut kontraproduktiv mit Blick auf die Zukunft.
Darüber hinaus dürfen sämtliche Photovoltaiksysteme in Deutschland zusammen nur 52Gw Strom erzeugen, dann ist Ende der Förderung und generell werden Systeme im Bereich 40kW, also normal Hausdachzellen, kaum noch gefördert. Aktuell werden in Deutschland bereits 47Gw durch Solarzellsysteme erzeugt, der Deckel ist also bereits fast erreicht.
Damit macht man praktisch diese gesamte Branche unattraktiv für Investitionen.

Im Energiesammelgesetz sind noch n paar andere Dinge beschrieben, aber ich wollte nur mal klar machen, wie "unnötig" belastend die Energiewende für den Industriestandort Deutschland ist.
Zu 100% weiss ich natürlich längst nicht alles, aber wenn man sich die bestehenden Fakten mal so ansieht, dann erscheint das alles doch ein wenig unlogisch und macht direkt wieder Platz für so Verschwörungsnummern von wegen Vetternwirtschaft im Energiesektor. Kann sich jeder seine Meinung zu bilden.
 
Zuletzt bearbeitet:

TonY417

Aktives Mitglied
22 Dezember 2017
203
162
Ok was haben wir bisher:
Banken verdienen immer weniger Geld in der EU und werden von der EZB auch noch bestraft.

Wir haben Zombiefirmen innerhalb der EU, die sich beunruhigend anhäufen und die ein maßgeblicher Katalysator bei einer Krise sein können, wenn die einbrechen.

Wir haben einen möglichen harten Brexit, welcher der EU insgesamt schwer schaden würde von fehlenden Bruttoinlandsprodukt und Deutschland durchaus auch schaden könnte durch neue Verträge in Bezug auf Zölle, was zu weniger Export nach GB führen könnte. In der Hinsicht eine absolut reale Gefahr für die Wirtschaftslage.

Wir haben eine Energiekrise, bzw. eine Energiewende, welche in ihrer aktuellen Form der Wirtschaft durch ihre hohen Kosten eher schadet und weiter schaden wird, welche scheinbar nur sehr bedingt nachhaltig ist und welche auch scheinbar nicht weitsichtig geführt wird.
D hat Atomenergie, Kohleenergie und erneuerbare Energien. Letztere sind aktuell nur bei 40% Anteil. Vielleicht übersehe ich iwas, aber wenn wir nun die ersten 2 komplett streichen und die 40% vllt auf 65% ausgebaut haben sollten bis dahin, dann kommt D nach meiner Rechnung iwie nicht so wirklich hin bei steigendem Energiebedarf durch Industrie und Infrastruktur...

Kommen wir mal zu einem sehr unglücklichen Nebeneffekt der Anleihenkäufe der EZB.
Die EZB ist genau zu 2 Dingen ermächtigt worden, wie wir vom Anfang bereits wissen.
Preisstabilität und Wirtschaftswachstum. Was sie nicht machen darf ist Finanzpolitik bzw. finanzpolitisch agieren.
Aber im Prinzip tut sie genau das mit ihren Anleihenkäufen. Warum?
Die EZB KAUFT! Anleihen von ursprünglichen Investoren ab. Diese bekommen also Geld und geben dann ihre Anleihe ab von der sie sich mal Geld versprochen hatten, aber der Zielstaat ist inzwischen vermutlich kurz vor der Pleite, was es nahezu unmöglich macht mit ner Anleihe noch sauber Geld zu verdienen.
Anleiheninvestoren sind in 1. Linie Geschäftsbanken. Was machen solche Investoren mit dem neuen Geld von der EZB? Ausgeben.
Was ist jetzt das Problem an der Sache? Naja der globale Devisenmarkt wird plötzlich künstlich mit € geflutet und so ca 99% aller Dinge werden börsentechnisch nunmal in $ gehandelt. Was ist also die Folge dessen? Der Dollar steigt immer weiter an.

EZB-QE.png


Hier sieht man den Euro/Dollar Wechselkurs nochmal sehr deutlich. Der Einbruch seit Anfang der Anleihenkäufe ist halt unübersehbar und tatsächlich ist damit Trumps Vorwurf gegenüber Draghi Finanzpolitik zu betreiben gerechtfertigt und richtig.

Warum möchte der Trump nicht so einen starken Dollar?
Das hängt mit dem gesamten Kreditsystem der USA zusammen. Devisenwechselkurse beeinflussen die Inflationen der entsprechenden Zonen maßgeblich. Durch die aktuell recht starre Haltung der FED, der Beschäftigung der USA und diesem "kranken" Devisenmarkt steigt die US Inflation eigentlich unnatürlich schnell an.
Zum einen kann Trump die Löhne nicht in gleichem Niveau bewegen lassen und was noch viel schlimmer ist, ist die tickende Immobilienblase der USA.
Diese ist aktuell DOPPELT so groß wie 2007 vor der großen Finanzkrise.
Ansteigende Hypothekenzinsen und wachsende Immobilienpreise setzen dem amerikanischen Häusermarkt halt immer weiter zu.
Wenn durch das Spiel am Devisenmarkt diese Blase platzen sollte, werden wieder schlagartig mehrere Banken schwer beschädigt oder gar in die Pleite getrieben werden. Wir haben an der Stelle wieder einen weiteren Zünder für eine globale Finanzkrise.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reaktionen: Kassiber

TonY417

Aktives Mitglied
22 Dezember 2017
203
162
Die absolute Masterfrage ist aber:
Warum "globale" Finanzkrise? Warum bleibt der Schaden nicht in den USA oder in Europa? Warum hat die FInanzkrise 2008 China kaum betroffen?
Das Zauberwort lautet Derivate. Kurze Erklärung:
Ein Derivat ist im Prinzip nicht Anderes als ein Handel mit Risiken. Risiken von Basiswerten bezeichnet man das. Basiswerte können dabei fast alles sein, egal ob direkte Wertpapiere, iwelche finanziellen Kennzahlen wie Zinssätze oder Indizes oder eben auch Handelswaren wie Rohstoffe oder Edelmetalle.
Jeder dieser Werte hat ein gewissen Marktrisiko. Ist ja klar, weil der Kurs von was auch immer natürlich je nach politischer Entscheidung oder globalem Ereignis entsprechend bewegt werden kann. Das erzeugt automatisch ein Kursrisiko.
Und diese Risiken eines Basiswertes werden nun in einem Derivatevertrag festgehalten und gehandelt.
Der Grundgedanke dabei ist, dass man gar nicht mehr den Basiswert selbst erwirbt oder veräußert sondern nur noch sein Marktrisiko handelt.
Ja, ihr habt richtig gelesen, es ist im Prinzip eine komplette leere Wette um Nichts.

Jetzt gibt es im Prinzip 3 Arten von Derivatenhandel:

1.: Terminkontrakte
Der Verkäufer verspricht bei Vertragsschluss, zum Fälligkeitszeitpunkt den Basiswert zu liefern (physical settlement) oder einen Barausgleich in Höhe des dann aktuellen Marktpreises des Basiswertes zu zahlen (Cash Settlement). Der Käufer verspricht dagegen, zum Fälligkeitszeitpunkt eine fixe Zahlung zu leisten. Steigt der Marktpreis des Basiswertes während der Laufzeit, so ist das Geschäft für den Käufer vorteilhaft; fällt der Marktpreis, so ist es für den Verkäufer vorteilhaft.

2.: Swapgeschäfte
Swaps sind im Prinzip in Reihe geschaltete Terminkontrakte. Dabei geht es vorrangig um den Austausch künftiger Zahlungsströme. Darüber lassen sich Leistungsgeschäfte z. B. von allen 3 Monaten über 5 Jahre abwickeln.

3.: Optionsgeschäfte
Optionsgeschäfte sind im Prinzip nur noch Wetten auf Kurse. Als Käufer hat man das Recht, aber nicht die Pflicht zum Fälligkeitszeitpunkt oder während eines definierten Zeitraumes vor der Fälligkeit (EU oder US Option), eine bestimmte Menge eines Basiswertes zu einem fixen Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Je nachdem wie sich der preis entwickelt, hat man also gewonnen oder verloren.

Der größte Witz ist allerdings, dass sogar Derivate selber Basiswert eines Derivats sein können.

Der Derivatehandel und die Digitalisierung haben zu einem krankhaften Zockrausch an den Börsen mit so ziemlich allen Börsenteilnehmern geführt.
1994 war die durschnittliche Haltedauer von Wertpapieren noch bei ca. 4 Jahren. Aktuell sind wir bei ca. 22 Sekunden!!
Es wird so krass um Kurse gewettet, dass alles mögliche veranstaltet wird um die Kurse in diese Richtung zu drücken.
Man muss das jetzt entsprechend verstehen. Ein Investor kann durch speedtrading einen ordentlichen Verlust einfahren, was aber keine Rolle spielt, wenn er durch seine Trades einen Kurs so manipuliert hat, dass sein Optionsschein mit X-fachem Hebel bedient wird und er damit wieder Gewinn macht.
Und genau dieses kranke Spiel spielen sämtliche Geschäftsbanken auf der Welt miteinander.
Durch dieses System stauen sich aktuell gehebelte Derivatwerte von geschätzten 544 BILLIARDEN $ auf der Welt an.
Dieses Geld ist komplett inexistent und wirklich NUR in den Computern vorhanden.
Es wird faktisch nicht existentes Geld gehandelt.



Jetzt die große Preisfrage an alle:
Was wird also passieren, wenn einer der möglichen Auslöser: US-Immobilienblase platzt, Brexit löst ein EU-Marktsterben aus, Zombiefirmen sterben und lösen einen Bankzusammenbruch aus, am Ende gezündet wird, wenn doch der gesamte Planet am Derivatehandel mit macht?
Was wird passieren, wenn ein Sektor der Welt in eine Krise stürzt und deshalb gewisse Derivate nicht mehr gedeckt werden können, wodurch Andere ihre Derivate nicht mehr decken können usw?
Bei so einer gigantischen nicht existenten Geldblase, die von den Börsen aus kommt, die aber scheinbar mal so überhaupt NIEMAND auf dem Schirm hat sollte man jetzt langsam 1 und 1 zusammen zählen können um zu verstehen was sich auf der Welt abspielen könnte. Warum die Wahrscheinlichkeiten dafür fast schon von Tag zu Tag weiter ansteigen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reaktionen: Kassiber

TonY417

Aktives Mitglied
22 Dezember 2017
203
162
Mit den letzten posts habe ich aufgezeigt was mehr oder weniger das globale Problem ist, auf welches wir alle zusteuern.

Jetzt sollte man sich vielleicht immer mal wieder den aktuellen Entwicklungen widmen.
Gerade aus Deutschland lies man aktuell nicht viel schönes über Banken wie Commerzbank oder Sparkasse. Commerzbank z. B. trennt sich von seiner Tochter in Polen, der mBank, weil diese für den aktuellen Umbau einfach nicht mehr tragbar sind. Sparkasse kündigt immer weiter Altverträge, weil Geld gespart werden muss, da das Kreditgeschäft einfach nichts mehr abwirft.
Auch das Filialsterben nimmt immer weiter zu. Die Kosten sind ganz einfach zu hoch und können im Rahmen der Modernisierung gesenkt werden.

Und was ist in den USA so los?
Die FED hat Trump nachgegeben und den Leitzins gesenkt, pump diese Woche seit Montag jeden Tag ca 75 MRD Dollar in den Markt, weil die Banken teilweise aufgehört haben sich unter einander Kredite zu geben......
Oh MOMENT! Kommt uns das nicht bekannt vor? 2008 brach das amerikanische Banksystem zeitweise zusammen, weil die Banken sich wegen den faulen Krediten durch die Immoblase keine Kredite mehr zugeschoben haben. Das hat dann die eigentliche Krise überhaupt erst ausgelöst.
Bis zum 10. Oktober sollen insgesamt 1 Billion Dollar (und damit meine ich unsere Billion, nicht die amerikanische) in die Banken und den Markt gepumpt werden.

Gleichzeitig will die EZB auch nochmal 20 MRD € hinterher schieben jetzt. Das ist praktisch die größte Insolvenzverschleppung der Geschichte :D
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, also die Notenbank der Notenbanken, sieht den Anteil der Zombiefirmen in Europa auch bei ca 15%.
Wenn das durch diese 0% Phase weiter ansteigt, weil die eig nur noch von Krediten ohne Zinsen überleben, aber selbst nicht mehr wirtschaftlich arbeiten, na dann gute Nacht, wenn eine weitere Branche beschädigt wird, wie auch jetzt bei Thomas Cook.
 
  • Like
Reaktionen: Kassiber und Admin

Kassiber

Aktives Mitglied
22 Dezember 2017
381
213
Sehr gut recherchiert TonY,
allerdings sehr schwarz und weiß. Derivate, Optionen oder Futures dienen nicht nur als Zockermittel sondern sind ursprünglich aus einem Sicherungsgedanken entstanden.

Die kreative Zerstörung nach Schumpeter (Zombiefirmen) ist tatsächlich aufgrund der Geldschwemme außer Kraft gesetzt und die Banken müssen aufgrund der Zinspolitik und der Auferlegten staatlichen Regulierung enorme Einsparungen fahren und bauen Risiken in Form von faulen Kredite in Billionenhöhe auf.

Ich bin der Meinung das zwei Sachen dies enorm beeinflusst haben. Ganz vorne die Politik mit den vereinten Staaten von Europa und zum zweiten die Politik, die Politiker und nicht Fachleute in entscheidenden Positionen haben und natürlich auch Zugeständnisse in alle Richtungen machen müssen.

Es gäbe noch einen dritten Punkt, der Mensch als Nutzenmaximierer. Diesen kann man allerdings weglassen, da dieser immer und überall gegeben ist.

Vielleicht sollte man dem Markt wieder mehr sich selbst überlassen, natürlich unter Auflagen um Monopole zu verhindern...
 
  • Like
Reaktionen: TonY417

TonY417

Aktives Mitglied
22 Dezember 2017
203
162
"Derivate, Optionen oder Futures dienen nicht nur als Zockermittel sondern sind ursprünglich aus einem Sicherungsgedanken entstanden. "

Genau das ist der Punkt halt. So WAR es. Aber diese ursprünglichen Ziele und Sinne sind zu einem perversen Monstrum mutiert und sind JETZT eben genau das System, welches mit etwas Pech immer den halben Planeten mitreißt, wenn ein kleiner Teil der Welt kollabiert.

Ich versuch halt nicht zu sagen was man besser machen könnte oder so an dieser Stelle. Das ist einfach nur der aktuelle ist Zustand. Und den empfinde ich in der tat als extrem schwarz/weiß. Entweder wir kommen da entspannt raus, was ich für wirklich EXTREM unwahrscheinlich halte^^ oder es wird halt richtig richtig übel. Und wenn man sich die Verflechtungen der Globalisierung anguckt, was inzwischen wovon abhängig geworden ist usw, dann riecht halt wirklich eher alles nach Kacke am dampfen für die allermeisten.
 

Chris T Ian

Moderator
Teammitglied
23 Dezember 2017
366
296
Kein Crash und kein Weltkrieg. Ich tippe auf langjährige Transformation der Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen, hin zu wesentlich grünerem/ökologischen wirtschaften.

Sehr viel Beitrag wird übrigens die Blockchain/DLT Anwendungen dazu liefern. @Kassiber hatte dazu mal einen ganz interessanten Einwurf gepostet:

Kondratieff Zyklen: https://www.kondratieff.net/der-sechste-kondratieff

Hier heißt es u.a. zum Thema Wachstumshindernis:

Addiert man alle Kosten, Schäden und Verluste, die jedes Jahr als Folgen der sozialen Unordnung entstehen (Korruption, Betrug, Drogen, Gewalt, Terrorismus, Hacking, extreme Ungleichheit, verantwortungslose Spekulationen, Krieg, Cybererpressungen, Umweltzerstörung usw.), dann erhält man für 2014 einen Betrag von 18.000 Milliarden U.S. Dollars. Das war mehr als das Bruttoinlandsprodukt der USA.
Viele dieser Probleme können durch "grünere" Wirtschaft und Transparenz/Vertrauen/Sicherheit von Blockchain Anwendungen adressiert werden. (Thema Ungleichheit: Blockchain/Cryptocoins in Afrika z.B. stark verbreitet) Dies setzt aber auch eine weitaus breitere Kooperation der einzelnen Staaten untereinander voraus. Die ersten Anstöße hierzu laufen gerade durch unsere "Freundin" Greta. Diese Bewegung wird weiter zunehmen, aktuell "rückständige Länder" werden durch ihren niedrigeren Technologiegrad viel leichter die Möglichkeit haben, biologische Produkte anzubauen und die Lebensmittelversorgung zu garantieren.
Was bislang einfach über technologischen Fortschritt und Lohnkosten an Marktverhalten gespielt wurde => Masse statt Klasse, dort produzieren wo es günstig ist,...
...dies wird sich entsprechend verändern, wenn ökologische Bewertungsaspekte mit herangezogen werden. Die globale Supply Chain wird sich hier entsprechend verschieben/verändern.

Das Fazit hier:
Die derzeit größte Barriere für den Fortschritt ist kein technologisches Hindernis, keine Problem von Energiemangel, kein Problem von Steuern und Zinsen, und auch kein rein ökonomisches und finanzielles Problem.
und:

Wir stehen vor einem historischen Paradoxon: Für die Lösung der aktuellen ökonomischen Probleme braucht man mehr als ökonomischen Sachverstand. Will man die Unordnung in den Griff bekommen, kommt man nicht daran vorbei, vorrangig in den Menschen zu investieren.

Die stärkere Ausrichtung auf den Menschen kann aber nur gelingen, wenn die Wirtschaftswissenschaftler zum Umdenken bereit sind. Um es anders zu formulieren: Ohne Investitionen in die Gesundung des Menschen kann der Abbau der Entropie und die Freisetzung von Produktivitätsreserven und Wirtschaftswachstum derzeit nicht gelingen. Es gibt keinen anderen Bereich, der wieder zu einem kräftigen realen Aufschwung und Vollbeschäftigung führen kann.
 
  • Like
Reaktionen: Admin und Kassiber

Kassiber

Aktives Mitglied
22 Dezember 2017
381
213
Nicht umsonst wird gerade extrem viel in den Breitbandausbau gesteckt. Mit diesem kann womöglich die nächste Innovationswelle die den nächsten Kontratieff auslöst gestartet werden.
Digitalisierung, Automatisierung etc könnte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
Zum einen den demographischen Faktor der Bevölkerung innerhalb der Wirtschaftsmächte und zum anderen kann ein Innovationszyklus eine drohende Wirtschaftskrise wieder in die Zukunft schieben.
 
  • Like
Reaktionen: Admin