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Macht Technologie die Dinge tatsächlich besser?

Admin

Administrator
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25 November 2017
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Macht Technologie die Dinge tatsächlich besser?

Wir sehen uns einer wachsenden Zahl von Problemen gegenüber, die direkt oder indirekt mit Technologie zu tun haben. Um nur einige zu nennen: Atomwaffen, durch fossile Brennstoffe verursachter Klimawandel, die Möglichkeit, dass die KI außer Kontrolle gerät, die Auswirkungen der Automatisierung auf die Beschäftigung, der Einsatz von Bots und gezielten gefälschten Nachrichten zur Beeinflussung von Wahlen, Deepfake-Software, Daten- und Datenschutzbedenken im Allgemeinen und insbesondere die Fähigkeit von Gesichtserkennungssoftware, einen Überwachungsstaat (wie China) zu schaffen.
Diese Probleme kamen in den letzten Jahrzehnten ans Licht, und mehrere davon in den letzten 20 Jahren. Einige dieser Probleme haben ältere Vorläufer, aber die neueren Versionen sind schlimmer. Der Klimawandel z.B. ist seit dem 19. Jahrhundert im Gange, hatte aber erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts spürbare Auswirkungen. Krieg war schon immer zerstörerisch, aber nichts im Vergleich zu dem, was Atomwaffen möglich machen.
Diese Probleme sind also neu, von der Technologie abhängig und werden immer schlimmer. Wir können uns leicht wie Zauberlehrlinge fühlen, die mit einer immer größer werdenden Zahl neuer Spielzeuge konfrontiert werden, die außer Kontrolle geraten.
Hinter all dem stehen drei Trends. Erstens macht uns die Technologie nach wie vor immer stärker und mächtiger. Zweitens können viele neue Technologien, zum Teil dank der Miniaturisierung und der Computer, von Einzelpersonen oder kleinen Gruppen genutzt werden, ohne dass dies von jemand anderem überwacht werden muss (Computer, 3D-Desktop-Drucker, Deepfake-Software, Desktop-Biolabors). Drittens beschleunigt sich das Entwicklungstempo weiter, und das, kombiniert mit der Möglichkeit der künstlichen Intelligenz, die so programmiert ist, dass sie sich von selbst entwickelt und verbessert, droht uns an den Rand zu drängen. Das macht es schwieriger, das Kommende vorauszusehen und zu kontrollieren.
Um mit diesen Herausforderungen fertig zu werden, müssen wir umsichtige Entscheidungen zum Wohle des Kollektivs treffen, die über kurzfristigen Gewinn und Eigeninteresse erhaben sind. Kurz gesagt, wir müssen weise sein. Weisheit ist die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, die wir nicht bereuen werden (deshalb korreliert sie mit Alter und Erfahrung). Wir sollten uns dafür entscheiden, keine Atomwaffen zu besitzen, die Privatsphäre zu schützen, keine Bots und gefälschte Nachrichten zu benutzen, den Einsatz von KI einzuschränken und so weiter.
Diese Entscheidungen treffen wir jedoch nicht. Das Problem ist, dass sich die Technologie weiterentwickelt, aber unsere Weisheit nicht. Wir haben eine gewisse Fähigkeit zu Altruismus, Kooperation und Besonnenheit. Unsere moralischen Instinkte, unsere kognitiven Heuristiken und unser Grad an Altruismus und Kooperation haben sich entwickelt, um das Leben für kleine Gruppen von Menschen zu meistern, die am Rande des Überlebens leben und nur geringe Macht über ihre Umwelt haben. Unter diesen Bedingungen entwickelten wir Tendenzen, kurzfristige Gewinne zu begünstigen, unsere eigene Gruppe gegenüber anderen zu bevorzugen und zur Gewalt zu greifen. Diese Tendenzen lassen sich durch Erziehung, Bildung und Kultur nur bis zu einem gewissen Grad und nur unter großen Schwierigkeiten verändern.
Das Kernproblem ist also, dass wir zwar mächtiger, aber nicht weiser werden. Die wachsende Kluft zwischen unserer technologischen Macht und unserer Weisheit ist die letztendliche Ursache all dieser Probleme. Wir sind klug genug, um Probleme zu schaffen, die wir nicht klug genug sind, um sie zu vermeiden.

Nur Seite 1 von 4, vom Original auf Englisch. Hier kann man weiterlesen.
 
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